Jahrelang waren sie eine verschworene Kleinfamilie: Pipilotti Rist und ihre drei Mitarbeiter im Atelier Rist. Man arbeitete, lachte und kochte zusammen. Vergangenheit. Im Atelier im Zürcher Kreis 4 wird Personal abgebaut. «Ich kann bestätigen, dass Pipilotti Rist ihr Atelier umstrukturiert, wovon auch ihre drei Mitarbeiter betroffen sind», sagt Florian Berktold, Direktor der Galerie Hauser & Wirth, die Rist vertritt.

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Die vielfach preisgekrönte, 48-jährige Künstlerin aus Grabs SG wird künftig ihre Ausstellungen und künstlerischen Arbeiten «in einer freieren Form umsetzen, ohne festen Stab und in direkterer Kollaboration mit Institutionen und Personen vor Ort» (Berktold).

Ein klassisches Outsourcing wie bei einem Autozulieferer, der die Produktion nach China verlegt? «Nicht unbedingt», meint er. «Zwar wird die Ausführung der Projekte stärker vor Ort stattfinden, aber der kreative Prozess bleibt der gleiche.»

Abbau und Strategiewechsel waren offenbar seit längerem geplant. Für Pipilotti Rists Vor-Ort-Arbeiten braucht es kein teures Heimatelier mit Assistentinnen und Architekt mehr. «Die Studiostruktur folgt letztlich dieser Entwicklung», meint Berktold.

Es gibt nach dem Abgang der Mannschaft viel zu tun. Ausstellungen von Elisabeth Charlotte Rist, genannt Pipilotti, sind 2011 in der Hayward Gallery in London, in der Kunsthalle von Mannheim und im Wexner Center in Columbus, Ohio, geplant.