Hätte Lionel Messi nur ein paar Tage zugewartet – dann hätte er eine magische Grenze bald definitiv überschritten. Er wäre in die ganz exklusive Gruppe jener Athleten aufgestiegen, die in ihrer Karriere mehr als eine Milliarde Dollar eingesammelt haben. Nur drei Sportler haben es bis heute geschafft, diese Marke zu überschreiten: der Golfspieler Tiger Woods, der Boxer Floyd Mayweather – und Messis grosser Rivale Cristiano Ronaldo.

Diese Rechnung legt das Magazin «Forbes» vor, das neben seinem weltweit beachteten Milliardärs-Ranking auch eine Liste der der «Highest-Paid Athletes» erarbeitet.

Doch eben: Der sechsfache Weltfussballer, 33 Jahre alt, zieht nun die Reissleine. Wie der FC Barcelona inzwischen bestätigt hat, will Messi seinen Vertrag auslaufen lassen. Das heisst: Er verzichtet auf über 90 Millionen Dollar, die ihm die nächste Saison im legendären Stadion Camp Nou an Honoraren eingebracht hätte. 

Im laufenden Jahr hatte Messi – wie seine Teamkollegen – deutlich weniger eingenommen, nämlich rund 50 Millionen. Der Grund: Das Kader des FC Barcelona verzichtete wegen der Coronakrise auf einen Teil des Grundgehalts.

CR7: Vom Wäsche- zum Kleiderladen

Auf der Einnahmenseite stehen ferner Werbe- und Sponsoring-Deals: Deren Jahresbetrag wird auf gut rund 35 Millionen Dollar veranschlagt. Unter anderem wirbt Messi für Adidas, Mastercard und Jacob & Co. (Uhren).

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Dass er, obwohl oft als besserer Fussballspieler eingeschätzt, bei den Einnahmen hinter Cristiano Ronaldo steht, liegt auf dieser zweiten Ebene: Der Portugiese vermarktet sich stärker und effizienter als der eher zurückhaltende Argentinier. Auch hat Ronaldo seine Eigenmarke CR7, lanciert 2013, inzwischen grossräumig ausgebaut – vom Wäschegeschäft zu einem umfassenden Kleider- und Accessoireladen mit globalem Online-Versand.

Messi zog hier vor gut einem Jahr nach: Im Mai 2029 startete er selber einen «Messi Store», doch ein Blick aufs Angebot zeigt, dass er auch hier mit weniger Engagement auftritt als der Rivale von Juventus Turin.

Es wartet der Fiskus

Natürlich wird Messi beim nächsten Club, so es ihn gibt, ebenfalls eine Summe verdienen, die fast jeden Grosskonzern-CEO neidisch macht. Doch offenbar bezweifeln Experten, dass er nochmals die Flughöhe des laufendenden Vertrages in Barcelona erreichen kann. So dass es bis zur Milliardengrenze noch eine Saison länger dauern könnte.

Ohnehin: Die im Laufe der Karriere erspielten Einnahmen mögen sich am Ende auf eine Milliarde berappen, doch das Vermögen ist logischerweise tiefer. Zum Beispiel – wie im Fall von Lionel Messi ja auch gerichtsbekannt ist – durch die hartnäckigen Ansprüche des Fiskus. Das «Net Worth» von Messi wird auf etwa 400 Millionen Dollar geschätzt – um rund 50 Millionen tiefer als jenes von Cristiano Ronaldo.

(rap)