Seit rund einer Woche gilt Bitcoin in El Salvador neben dem Dollar als offizielles Zahlungsmittel. Das bedeutet auch: Alle Unternehmen sind im mittelamerikanischen Staat verpflichtet, die Kryptowährung zu akzeptieren.

Somit kann man nun bei Starbucks, Pizza Hut oder McDonald's einen Burger mit Bitcoin bezahlen. Das Interesse der Bevölkerung scheint nach Startschwierigkeiten einerseits zu wachsen, anderseits gibt es auch zahlreiche Proteste. Viele Bürger befürchten, dass die Volatilität zu Problemen führen könnte.

Das Thema wird nun auch in Panama diskutiert. Im Nachbarland von El Salvador gibt es einen gesetzlichen Vorstoss, um die beiden Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum ebenfalls zum offiziellen Zahlungsmittel aufzuwerten. Das gab der panamaische Kongressabgeordnete Gabriel Silva bekannt und stellte Tausende neuer Jobs in Aussicht.

Der Gesetzesentwurf in Panama sieht aber lediglich die freie Nutzung von Kryptowährungen durch die Anerkennung als Zahlungsmethode vor. Anders als in El Salvador sollen Unternehmen jedoch nicht verpflichtet werden, Kryptowährungen als Zahlungsmittel zu akzeptieren.

Ukraine als Krypto-Mekka

In der Ukraine wiederum hat das Parlament letzte Woche ein Gesetz über Kryptowährungen in die Vernehmlassung geschickt. Präsident Wolodymyr Zelenski möchte sein Land anscheinend als Krypto-Mekka positionieren. Bei seinem Besuch in den USA war Zelenski in San Francisco unterwegs und versuchte, Krypto- und Blockchain-Unternehmen in sein Land zu holen

Damit zeigt sich ein Trend, der allenfalls auf weitere Länder überschwappen könnte: Schwellenländer könnten das Potenzial von Bitcoin weiter für sich nutzen. «Die Adaption von Kryptowährungen ist in den Schwellenländern am höchsten, also in Ländern in Afrika, Südostasien und Teilen von Südamerika. Dort haben zahlreiche Bürger keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen, die lokale Währung wurde abgewertet, weil der Staat zu wenig Kontrolle über die lokale Währung hat», sagt Michael Sonnenshein, Chef von Greyscale, welches selbst Bitcoin und andere Kryptowährungen anbietet. Sonnenshein gilt als einer der wichtigsten Experten der Branche. 

Doch auch die wichtigste Plattform über Handelsaktivitäten bei Kryptowährungen, Coinmarketcap, äussert Spekulationen, welches Land als nächstes folgen könnte. Auf welchen Grundlagen diese Annahmen basieren, ist nicht ersichtlich, der Index eher Spielerei. Jedenfalls – so die Liste – könnten als nächstes Venezuela, Anguilla, Panama oder Indien dem Vorbild von El Salvador folgen. Auch Zimbabwe, Mexiko, Brasilien, Ecuador und die USA stehen auf der Liste.

Die Schweiz steht übrigens auf Platz 31 der Länder, die Bitcoin und Co. als offizielles Zahlungsmittel einführen könnten. Aber immerhin bei insgesamt 245 analysierten Ländern. 

(tdr)