Herr Grünenfelder, wie haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Zusammen mit Freunden mit dem Ein­sammeln von Altpapier im Dorf, wo ich auf­gewachsen bin.

Was haben Sie mit dem Geld gemacht?
Ich habe am Schalter ein Billett gelöst, bin stolz mit dem Zug in die Stadt gefahren und habe in der grössten Buchhandlung in Zürich einen Schweizer Krimi gekauft. Ich habe diesen die ganze Nacht gleich durchgelesen. Meine Mutter hatte entsprechend grösste Mühe, mich am nächsten Morgen für die Schule wieder recht­zeitig wach zu kriegen.

Was war das für ein Krimi?
«Lisi» vom Berner Krimiautor Alexander Heimann.

Was bedeutet Ihnen Geld?
Ich bin da vollkommen emo­tionslos. Es ist für mich Mittel zum Zweck, und das Angesparte ist Teil meiner Alters­vorsorge.

Wofür geben Sie am meisten Geld aus?
Für Steuern und staatliche Abgaben.

Das ist doch ein Zeichen, dass Sie viel verdienen, oder?
Der Tax Freedom Day liegt in der Schweiz Mitte Juni. Es ist also weniger eine Frage des Verdienstes als die eines überbordenden Staates.

Geben Sie nie Geld ­unvernünftig aus?
Doch, natürlich. Ich habe beispielsweise vier Velos, obwohl ich ja nicht alle gleichzeitig ­fahren kann.

Gibt es etwas, das Sie gerne kaufen möchten, sich aber nicht leisten können?
Ich lebe in einer kleinen Wohnung in der Zürcher Altstadt und habe alles Lebensnotwendige in Gehdistanz. Ich muss mir daher auch kein eigenes Auto leisten. Das erspart mir Fahrzeugkosten und überteuerte Parkplatzgebühren, wie sie in der Stadt Zürich gang und gäbe sind.

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Was ist Ihnen lieber, Bargeld oder Karte?
Ganz klar Karte.

Mit dem Thinktank Avenir Suisse rechnen Sie für alles die Kosten aus und kleben überall ein Preisschild drauf. Aber hat wirklich alles seinen Preis?
Was der Staat mit unseren Steuergeldern macht, sollte er zwingend mit einem Etikett versehen. Die Familie und Freundschaften sind dagegen von unbezahlbarem Wert.