Was lange währt, kommt endlich vorwärts: Vor rund einem Jahr hat Wirtschaftsminister Johann Schneider- Ammann die Schaffung eines Fonds für die Start-up-Finanzierung angekündigt. Nun tut sich etwas bei der Swiss Entrepreneurs Foundation, wie das Vehikel mittlerweile heisst.

Seit 1. April hat die Stiftung einen Geschäftsführer: Peter Stähli, den Co-Gründer des Swiss Economic Forums (SEF). «Jetzt müssen wir die Stiftung und den Fonds aufbauen», sagt er. Das sei angesichts der regulatorischen Anforderungen sehr kompliziert und brauche Zeit. Peter Stähli hofft, dass die Bewilligung der Finanzmarktaufsicht «bis Ende November» vorliegt, danach könnte der Fonds geäufnet werden.

Ziele sind weniger ambitioniert wie einst

Die ursprünglichen Ziele waren ambitioniert, 500 Millionen Franken sollten von Firmen, Pensionskassen und Privatpersonen zusammenkommen. Später hiess es, UBS, CS, Mobiliar und andere hätten bereits 300 Millionen Franken zugesagt. Jetzt buchstabiert die Stiftung etwas zurück: «Es sollen mindestens 250 Millionen Franken sein», betont Stähli. «Wenn es mehr werden, umso besser.» Erste Investitionen in Start-ups könnten – läuft alles nach Plan – ab 2019 getätigt werden.

Die Stiftung wurde bereits im Dezember 2017 gegründet – von den beiden Grossbanken UBS und CS, der Mobiliar, der Swisscom, der Gebert Rüf Stiftung sowie der Anwaltskanzlei Wenger & Vieli, zu deren Team auch Beat Walti gehört, der FDP-Fraktionschef und Parteikollege Schneider-Ammanns. Alle sechs Parteien haben je 150 000 Franken als Stiftungskapital für die operativen Aufbauarbeiten einbezahlt.

Urs Berger

Urs Berger: Der Mobiliar-Präsident hat dafür gesorgt, dass er auch umgesetzt wird.

Quelle: Keystone
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Nicht immer einig

Dass die Vorbereitungen für den Fondsaufbau so lange gedauert haben, liegt nicht nur an den regulatorischen Fragen, sondern auch daran, dass sich die Stifter nicht immer einig waren. Dass sie sich letztlich doch gefunden haben, liegt vor allem am Engagement von Mobiliar-Präsident Urs Berger, wie es heisst.

Stähli beziffert sein Mandat beim Fonds auf rund 50 Prozent. Nebenbei berät er Jungunternehmer, investiert in Start-ups und sitzt in mehreren KMU-Verwaltungsräten. Für das SEF, das er vor rund zwanzig Jahren mit Stefan Linder gegründet und später an die «NZZ» verkauft hatte, ist er nur noch als «Experte» tätig. Zudem vergibt er in dessen Rahmen mit Linder den «Niesen-Bergpreis» für junge Macherinnen und Macher.

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Quelle: Bilanz