Die erste Schau der 1972 geborenen Japanerin Rinko Kawauchi in der Schweiz zeigt eine Auswahl von Arbeiten, die sie in den letzten 15 Jahren in gewissenhafter ­Kleinstarbeit quasi als fotografisches ­Tagebuch geschaffen hat.

Ganz in der Tradition der japanischen Fotografie der 1960er-Jahre versucht sie, das Unterbewusstsein zu untersuchen. Sie schafft es, Alltäglich-Banales in etwas Ausserordentliches, Poetisches zu verwandeln. Als eine der bekanntesten zeitgenössischen Künstlerinnen Asiens wird Rinko Kawauchi auch ausserhalb ihrer Heimat von Kunstliebhabern geschätzt.

Ihre einmalige Bildsprache ist eine Art «Zeichnung der Sinne», vorangetrieben von einer fast kindlichen Neugierde. Die Künstlerin beschäftigt sich mit Motiven des Alltäglichen, dem Kreislauf des ­Lebens und dessen Vergänglichkeit. Zu sehen sind 44 Bilder und eine Video­arbeit, die durch ihr titelgebendes «Licht» geprägt sind – sei es in seiner sanften oder in einer schillernden Form.

Die Werke veranschaulichen eine einzigartige, weniger japanische als vielmehr persönliche Ausdrucksweise, die konzeptionell und mehrdeutig zugleich ist. Als Meisterin der fotografischen Erzählung erfasst ihr Kameraobjektiv die Motive, ohne sich jedoch störend einzumischen. Rinko Kawauchis Bilder sind mehr als Momentaufnahmen, und durch ihren ­aussergewöhnlichen Blick kommt es uns vor, als ob wir die Dinge zum ersten Mal sehen.

 

Christophe Guye Galerie, Dufourstrasse 31, Zürich; bis 1. Juni 2013.