Das wäre vor zehn Jahren noch undenkbar gewesen: die Positionierung des Farmhotels Babylonstoren in den Top Ten der weltbesten Ferienhotels im 23. Hotel-Ranking der BILANZ. Das zweihundert Hektar umfassende Anwesen in den südafrikanischen Cape Winelands bei Kapstadt wirkt zwar wie aus dem Bilderbuch entsprungen, doch ist es primär ein aktiver Gutsbetrieb.

Die Hoftiere und landwirtschaftlichen Maschinen sind gelegentlich recht lärmig, die Wege aus roter Erde können das Ende aller Schuhe bedeuten und der Room Service ist so beschaulich wie die Natur am Fuss des zerklüfteten Simonsbergs. Oh, und das lukullische Frühstücksbuffet steht lediglich zwischen 8 und 9.30 Uhr bereit. Die zwei Dutzend Gäste-Cottages in Weiss- und Erdtönen sind ein Traum für Ästheten, liegen aber teilweise weit draussen in den eigenen Obstplantagen und Weinhängen. Ins Restaurant begibt man sich mit den bereitstehenden Fahrrädern – und wird dafür mit perfekt umgesetztem «farm-to-table cooking» in heiterem Ambiente belohnt.

Babylonstoren, Cape Winelands/Südafrika

Babylonstoren: Zur luxuriösen Bio-Farm mit zwei Dutzend wohnlichen Bungalow-Suiten gehören Obstplantagen und Weinberge so weit das Auge reicht.

Quelle: ZVG
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Das ultimative Anti-Hotel

Dieselben Gäste, die sich in glanzvolleren Hotels – etwa im doppelt so teuren Delaire Graff Estaste in der Nachbargemeinde Stellenbosch – bei der kleinsten Unvollkommenheit entrüsten, jagen im Babylonstoren ihr Richtmass für ein Spitzenhotel zum Teufel und verhalten sich wieder wie normale Menschen. Hier finden sie statt überkandideltem Tamtam authentisches Landleben in allerschönster Formenvielfalt sowie entspannten Luxus von jener Klasse, die kein Blendwerk nötig hat. Im Herzen der dreihundertjährigen Farm steht der riesige Bio-Garten mit mehr als dreihundert essbaren Pflanzenarten, von denen einige auch das jahreszeitlich wechselnde Angebot im neuen Spa prägen.

Geschaffen wurde dieser glücklich machende Ort von Koos Bekker und Karen Roos. Das heimische Medienunternehmer-Ehepaar versteht von ungezählten eigenen Reisen her, worauf es ankommt: «Die Perfektwelten, die vielerorts zum Massstab wurden, berühren uns nicht mehr. Der Perfektion setzen wir im Babylonstoren Sinn und Sinnlichkeit entgegen.»

Die weltbesten Ferienhotels 2019

Post Ranch Inn, Big Sur/Kalifornien
Hôtel du Cap-Eden-Roc, Cap d’Antibes/Côte d’Azur
Villa Feltrinelli, Gargnano/Gardasee
Schloss Elmau, Bayern
Soneva Jani, Malediven
Villa La Coste, Luberon
Babylonstoren, Cape Winelands/Südafrika
La Réserve Ramatuelle, Ramatuelle/Saint-Tropez
Amangiri, Utah Desert Lounge Dusk 1
Singita Boulders & Ebony Lodges, Sabi Sand Reserve/Südafrika
Post Ranch Inn, Big Sur/Kalifornien
1|10

Platz 10 (Vorjahr: 23): Villa La Coste, Luberon
Inmitten des 200 Hektar grossen Bio-Weinguts hat der kunstsinnige irische Immobilienunternehmer Patrick McKillen seine ganz eigene Vision eines luxuriösen Rückzugsorts verwirklicht. Weltberühmte Architekten von Jean Nouvel über Tadao Ando bis Frank Gehry hinterliessen hier ihre Spuren, und der Skulpturenpark würde jedem Museum of Modern Art gut anstehen. Im Hotel, das die ganzen Ländereien überblickt, verbinden sich grosse Glasflächen, klare Linien und viel Weiss mit lokalen Naturmaterialien und weiteren Exponaten zeitgenössischer Kunst. Dass die Gäste im Gesamtkunstwerk La Coste ein Gefühl von Gemütlichkeit überkommt, ist dem Feingefühl des Hoteldirektors Nicolas Socquet und seinem hochgradig gastbewussten Team zu verdanken.

Quelle: Richard Haughton
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Perfekt unperfekt

Vielen Reisenden in der westlichen Hemisphäre geht es nicht mehr vorrangig um Höchstleistungen in puncto Service, Zimmer, Küche, Spa oder Design. Und so manches geschliffene Hotel, das nach herkömmlichen Bewertungskriterien exzellent abschneidet, wirkt heute recht seelenlos, steril und langweilig. Denn zum neuen Luxusverständnis gehört das Gefühl von Lebendigkeit und Authentizität sowie das Versprechen auf ein qualitativ hochstehendes Gesamterlebnis ohne gekünsteltes Getue. Man will ein Hotel, das die Energie und Passion dahinter spürbar werden lässt und auf scheinbar mühelose Art die landläufigen Wertvorstellungen von Luxus durchbricht – so die überwiegende Meinung der 192 beurteilenden Experten des BILANZ-Rankings.

Umgekehrt bedeutet das nicht, dass einfachere oder unprätentiösere Hotels stets hinreissend und die bessere Wahl sind. Aber so wie sich die Magie eines überwältigenden Kunstwerks oft daraus ergibt, dass es sich nicht ganz fertig anfühlt, braucht ein Hotel manchmal kleine Unvollkommenheiten und ein paar echte Charakterköpfe im Team, um Emotionen bei den Gästen auslösen zu können (siehe «Die zehn Hotelmitarbeiter des Jahres 2019»).

Die zehn Hotelmitarbeiter des Jahres 2019

Hotels brauchen Seele. BILANZ befragte 192 Experten, welche guten Geister in Schweizer Tophäusern besonderes Lob verdienen. Mehr dazu lesen Sie hier.

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Die zehn Hotelmitarbeiter des Jahres 2019

Daniela Wüthrich
Welches ist DER Drink dieses Sommers?Die Barfrau vom Hotel Montana Stefanie Baier mixt für uns sieben Sommerdrinks. Fotografiert am 15. Mai 2013 in Luzern.NLZ Boris Bürgisser
Karin Gilgen
Therese Martirena
Michel Reybier.GSMN DECEMBRE 2012.(PHOTO-GENIC.CH/ OLIVIER MAIRE)
Meike Bambach
Mina Bayat
Mara Horta
Stefan Lünse
Sergio Bassi
Daniela Wüthrich
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Hotelière des Jahres
Meike Bambach, Hotel Paradies, Ftan
Anders als die vielen Heute-hier-morgen-fort-Manager zeigt Meike Bambach seit zehn Jahren im «Paradies», wie man gepflegte Lässigkeit mit Leidenschaft verbindet und durch persönlichen Dauereinsatz und kontinuierliche Perfektionierung des Angebots einem Hotel eine Seele verleihen kann. Unlängst hat sie das Haus ins erste «Members only»-Hotel der Alpen verwandelt (für einen ersten Aufenthalt dürfen jedoch auch Nicht-Mitglieder hier absteigen). Es spricht stille Genussmenschen und Individualisten an, die viel Privatsphäre an einem ganz besonderen Rückzugsort suchen und es schätzen, dass sie wie bei Freunden empfangen werden und bei der Ankunft im Zimmer alles so vorfinden, wie sie es besonders lieben. Für Tagesausflüge dient die Hoteldirektorin gerne als Türöffner zu besonderen Adressen – sie kennt das Engadin und dessen Perlen wie kaum jemand sonst. Ständig fragt sie sich: Nach welchen Erlebnissen sehnen sich die Gäste? Und wie bringe ich das Haus noch mehr zum Leuchten? «Es ist die Vielzahl an Details, welche ein Hotel ausmachen», sagt Bambach. «Man weiss nie, welches Detail den Gast berührt.»

Quelle: ZVG

Geerdeter Superluxus

Neben Babylonstoren signalisieren die kunstsinnige Villa La Coste im Luberon, das australische Wüstencamp Longitude 131° oder das naturnahe Castello del Sole in Ascona neue Zeiten in Richtung geerdetem Superluxus. Auch The Cotton House auf der Karibikinsel Mustique, das Borgo Santo Pietro in der Toskana oder das Riffelalp Resort 2222m ob Zermatt sind leuchtende Beispiele relaxter Refugien, in denen man sich vollkommen entspannt und dabei überaus ernst genommen fühlt.

Das Ranking hält zwei tröstliche Erkenntnisse bereit: Ein Hotel muss nicht in jeder Hinsicht perfekt sein, um zu den Besten zu gehören, sofern es das beherzte gewisse Etwas bietet. Und: Die besten Hotels sind nicht automatisch die teuersten. Zwar finden sich unter den 300 diesjährigen Favoriten nach wie vor die meisten im obersten Preissegment, doch fällt eine bisher nie dagewesene Fülle von vergleichsweise erschwinglichen Hotelperlen auf respektablen Rängen auf – vom Hôtel Les Roches Rouges an der Côte d’Azur (ab 330 Franken) und dem San Lourenço do Barrocal im portugiesischen Alentejo (ab 250 Franken) über das Bellevue Parkhotel in Adelboden (ab 240 Franken) und dem Krafft Basel (ab 180 Franken) bis zum The Kensington Hotel in London (ab 350 Franken) und dem Orania.Berlin (ab 260 Franken).

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Die besten Ferienhotels der Schweiz 2019

Riffelalp Resort 2222m, Zermatt
Suvretta House, St. Moritz
Tschuggen Grand Hotel, Arosa
Castello del Sole, Ascona
Gstaad Palace
Bad Ragaz, 13.12.2015 Blick in das neue Restaurant «Igniv» von Andreas Caminada im Grand Resort Bad Ragaz, aufgenommen am Sonntag, 13. Dezember 2015, in Bad Ragaz. (Nicola Pitaro)
Kulm Hotel, St. Moritz
Grand Hotel Kronenhof, Pontresina
Eden Roc, Ascona
The Alpina, Gstaad
Riffelalp Resort 2222m, Zermatt
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Platz 10 (Vorjahr: 13): Grand Resort Bad Ragaz
Das weitläufige Resort punktet mit höchster Kompetenz in Gesundheitsfragen und 175-jähriger Thermalwasser-Tradition. Dem «Quellenhof»-Trakt wurde soeben eine Frischzellenkur für 40 Millionen Franken zuteil. Alle Zimmer und die öffentlichen Bereiche erhielten dabei einen neuen Look im globalen Grandhotel-Chic. Für Gesprächsstoff sorgen vor allem die beiden Restaurants «Memories» (moderne alpine Gourmetküche) und «Verve by Sven» (genussvolle Health-Cuisine), die von Spitzenkoch Sven Wassmer und seiner Frau, der Weinverantwortlichen Amanda Wassmer Bulgin betreut werden. «Wir möchten uns verstärkt auch zu einer Kulinarik-Destination entwickeln», sagt Patrick Vogler. Der Geschäftsführer der Ostschweizer Gesundheitsbastion zielt dabei auf die Aufmerksamkeit von jüngeren Genussmenschen ab und will das Resort auch mit der bereits spürbar verfeinerten Gastlichkeit von derzeit 90'000 Übernachtungen pro Jahr auf rund 100'000 Logiernächte katapultieren.

Quelle: Nicola Pitaro

Am anderen Ende des Hotelspektrums faszinieren unverändert so manche revitalisierte Klassiker mit zeitlosen Starqualitäten. So bleibt das Hôtel du Cap-Eden-Roc an der französischen Riviera das Sehnsuchtsziel vieler Highend-Traveller. Auch das Belmond Hotel Splendido in Portofino oder das Gstaad Palace im Saanenland sind betörende Gegenpole zur schleichenden Gleichförmigkeit der Luxushotellerie. Und nach einem Aufenthalt im Art-déco-geprägten Claridge’s in London oder im Beau-Rivage Palace in Lausanne wird jede Nacht in anderen Stadthotels schwierig.

Die Quintessenz der Destination

Auf der Gewinnerseite stehen ausserdem Hotels, die das Lebensgefühl ihrer Destination optimal widerspiegeln und in verdichteter Form erfahrbar machen. Stadtherbergen wie das 1 Hotel Central Park in New York und das The Norman in Tel Aviv, das Sanders in Kopenhagen oder das Pulitzer in Amsterdam fangen die ganz speziellen Vibes ihrer Stadt ein und stellen Verbindungen zu den umgebenden Vierteln her – zum Beispiel mit Walking-Circuits, die Workout und lokale Kunst verbinden. «Nach zehntausend Schritten zur Mona Lisa liegt auch eine Nutella-Crêpe drin», schmunzelt Hotelier Ori Kafri, der gerade dabei ist, das J.K. Place Paris zu eröffnen.

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Die Erkenntnis, die Destination optimal erlebbar zu machen, ist eigentlich alt: Bereits vor hundert Jahren verkörperte das Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten die Quintessenz von Hamburg besser als jedes andere Hotel der Stadt. Ähnliches lässt sich über das La Mamounia in Marrakesch, The Mark in New York oder das Mandarin Oriental Bangkok sagen, und in den beiden frisch sanierten Traditionshäusern Belmond Cadogan Hotel und Hôtel Lutetia glaubt man für die Dauer seines Aufenthalts, Teil des Londoner Chelsea-Quartiers respektive der Pariser Rive-Gauche und deren flirrender Community zu sein. Gleichzeitig kann man hier der urbanen Hektik stilvoll entfliehen.

Die weltbesten Stadthotels 2019

Four Seasons Hotel Firenze Florenz
A street view of the atrium entrance of The Mark Hotel, NYC
Belmond Hotel Cipriani, Venedig
Claridge’s, London
La Réserve Paris, Paris
Corinthia London
1 Hotel Central Park, New York
Le Bristol, Paris
The Upper House, Hong Kong
Ett Hem, Stockholm
Four Seasons Hotel Firenze Florenz
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Platz 10 (Vorjahr: 24): Corinthia London
Das zentral zwischen Trafalgar Square und Themse gelegen Corinthia besticht durch die grössten Standardzimmer Londons und das sublime Spa. Eine interessante Partnerschaft ist die Luxusabsteige aus der viktorianischen Ära mit dem Trendforschungsinstitut The Future Laboratory eingegangen: Regelmässig werden Vorträge, Afternoon Teas und «Dare to Know Dinners» im Rahmen des «Futurist in Residence»-Programms durchgeführt, bei denen es um Veränderungen und Strömungen in allen Bereichen der Gesellschaft geht. Hotelgäste können Fragen zur Zukunft stellen und im Zimmer finden sie intellektuell stimulierende Lektüre.

Quelle: ZVG

Raum für das eigene Ich

Eine weitere Tendenz verdeutlicht sich: «In einer Welt, die immer schneller wird und in der sich Identitäten aufzulösen scheinen, brauchen wir Rückzugsorte, um wieder zu uns selbst zu finden», sagt Klaus Sanoner, Mitinhaber der Adler Resorts in Südtirol und in der Toskana.

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Die brandneue Adler Lodge Ritten auf dem Rittner Hochplateau nahe Bozen ist so ein schlicht ergreifender Rückzugsort, der Raum für das eigene Ich schafft. Und es verwundert kaum, dass spektakulär abgelegene Hideaways – etwa das Amangiri in der archaischen Canyonlandschaft Utahs, die Southern Ocean Lodge auf der südaustralischen Kangaroo-Insel oder das Tierra Patagonia im chilenischen Nationalpark Torres del Paine – gefragter denn je sind.

«Wir alle sehnen uns danach, wieder langsamer zu werden. Die Frage ist nur, wie wir aus diesem turbulenten und ablenkenden Leben rauskommen», sagt Dietmar Müller-Elmau. Antworten finden sich auf seinem Schloss Elmau einige. Die landschaftliche Szenerie in einem mystischen Seitental der bayerischen Alpen zählt zu den schönsten Deutschlands und das Resort macht sie auf alle möglichen Arten leicht zugänglich. Mit dem Naturerlebnis allein ist es hier jedoch längst nicht getan; mit sechs verschiedenen Spa-Bereichen und ebenso vielen Restaurants für jede Gemütslage auch nicht.

«Die meisten Hotels sind ja komplett inhaltsleer», meint Müller-Elmau und zeigt selber exemplarisch auf, wie man einem Hotelkosmos lustvoll Sinn einhaucht. Kinder und Jugendliche profitieren neben sportlichen Abenteuern von Edutainment-Workshops, Science-Labs und Kursen für Schmuckdesign oder «Philosophy slam». Inspirationen für den Geist zählen seit langem zum Basisangebot, und Kultur wird hier als Energielieferant betrachtet: Fast täglich finden Klassik- und Jazzkonzerte mit hochkarätigen Musikern aus aller Welt statt. Für Erholungssuchende, die unter intelligenter Entspannung eher seelische und körperliche Selbstoptimierung verstehen, locken regelmässig fünftägige Yoga-Retreats.

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Die besten Stadthotels der Schweiz 2019

La Réserve Genève, Genf
Fairmont Le Montreux Palace, Montreux
The Dolder Grand, Zürich
Four Seasons Hotel des Bergues, Genf
Beau-Rivage Palace, Lausanne
Grand Hôtel du Lac, Vevey
Baur au Lac, Zürich
VJC, Victoria Jungfrau SPA
Les Trois Rois, Basel
Widder Hotel, Zürich
La Réserve Genève, Genf
1|10

Platz 10 (Vorjahr: 14): Grand Hôtel du Lac, Vevey
Erstmals unter den Top Ten der Schweizer Stadthotels und vier Ränge besser als im Vorjahr: Die Luxusherberge von 1868 ist mit «nur» 50 Zimmern zwar kein wirkliches Grandhotel, wie der Name impliziert, besticht jedoch mit diskreter Privathaus-Atmosphäre, wohnlich-elegantem Innendesign von Pierre-Yves Rochon und sehr persönlichem Service unter Direktor Luc Califano. Das Frühstücksbuffet zählt zu den besten im Land, und vom üppigen Blumenschmuck über die feinsinnige Küche in zwei Restaurants mit mediterran anmutenden Sommerterrassen bis zu den unerwarteten Aufmerksamkeiten ist alles so, dass man gerne wiederkommt. Das Grand Hôtel du Lac ist eine Perle in der Hotelsammlung der Königsfamilie von Bahrain, welcher auch mehrheitlich die Hotelgruppe Kempinski gehört.

Quelle: ZVG

Reiseziele für Selbstoptimierer

Andere Hotels fokussieren sich noch stärker auf gesundheitsbewusste Spa-Junkies und definieren die klassische Kur neu. So sind die Post Bezau by Susanne Kaufmann im Bregenzerwald, das Giardino Ascona, die La Réserve Genève, das Como Shambhala Estate auf Bali oder das Chiva-Som in Thailand grossartig umgesetzte Pilgerorte für alle, die in sinnenfreudiger Umgebung frühzeitig in sich selbst investieren möchten. Nimmt man tiefgreifende vorbeugende Gesundheitsoptimierung in eleganter Hotelatmosphäre als Massstab, verteidigt das Palace Merano seinen Titel als weltbestes Health-Retreat vor den beiden Lanserhof-Betrieben in Tirol und am Tegernsee.

Mit der soeben abgeschlossenen Totalerneuerung des Quellenhof-Trakts will das Grand Resort Bad Ragaz nicht nur mit medizinischer Exzellenz glänzen, sondern gleichzeitig vom Sanatorium-Image wegkommen und seine Positionierung als kulinarische Destination ausbauen. Eine Gratwanderung, die dank dem passionierten Team gelingen kann. Das konkurrierende Bürgenstock Resort scheint jedenfalls fürs Erste abgehängt, weil zu viel Grundsätzliches für den anspruchsvollen Reisenden nicht befriedigend umgesetzt ist: Hotelkenner kritisieren die mangelnde Detailpflege, Gäste des Fünfsternehotels klagen über die fehlende Exklusivität, wenn Tagesausflügler die letzten Tische in der Lakeview-Lobby-Lounge besetzen und fotowütige Digitaljünger im Aussenpool mit ihrer Selfie-Manie nerven.

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Das Bleiche Resort & Spa im Spreewald setzt neben fabelhaften Spa- und Naturerlebnissen auf Denkanstösse durch Literatur – mit regelmässigen Autorenlesungen und der vielleicht schönsten Hotelbuchhandlung der Welt.  «Wir wollen unseren Gästen zeigen, dass in einem guten Hotel abzusteigen nicht automatisch bedeutet, das Gehirn abzuschalten», sagt das Hotelierpaar Christine und Michael Clausing. «Zu unserem Luxusverständnis gehört, Neues lernen zu dürfen.»

Ein Hinweis darauf, was ein Luxushotel seinen Gästen Überraschendes bieten kann, liefert auch das Corinthia London. Es ist eine interessante Partnerschaft mit dem Trendforschungsinstitut The Future Laboratory eingegangen: Regelmässig werden Vorträge, Afternoon Teas und «Dare to Know Dinners» im Rahmen des «Futurist in Residence»-Programms durchgeführt.

Die 300 besten Hotels in der Schweiz und auf der Welt

Das Hotel-Ranking der BILANZ basiert auf 600 Expertentests in den letzten 18 Monaten, auf einer schriftlichen Umfrage bei 114 Schweizer Top-Hoteliers, auf den aktuellen Wertungen relevanter Reisepublikationen und Testportale sowie auf den Erfahrungen von 78 befragten Hotelkennern und Reiseprofis. BILANZ rechnete die Einstufungen dieser vier Bewertungssäulen in ein einheitliches 100-Punkte-Schema um.

Hier geht’s zu den vollständigen Ranglisten des BILANZ-Hotel-Rankings 2019.

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Starke Signale in Sachen Nachhaltigkeit

Tatsächlich gibt es heute keinen Tophotelier, der sich nicht mit dem Begriff «intelligenter Luxus» auseinandersetzen würde. Dazu zählen die brennenden Fragen zur Nachhaltigkeit, die sich in jedem Hotel mehr als je zuvor stellen – angefangen beim Stromverbrauch bis hin zum ganzen Plastikmüll und Food Waste. So plant die Tschuggen Hotel Group (zu der das Tschuggen Grand Hotel in Arosa und das Eden Roc in Ascona gehören), bald CO2-neutral zu werden und den ökologischen Fussabdruck markant zu minimieren oder zumindest zu kompensieren.

Weltweit richtungsweisend in punkto nachhaltigem Luxus ist das maledivische Inselresort Soneva Jani. Hier, genauso wie im zwanzig Jahre älteren Schwesterhotel Soneva Fushi, bringt das Hotelunternehmerpaar Sonu und Eva Shivdasani das Kunststück fertig, gleichzeitig Umweltschutzpioniere, Klimaaktivisten und Hotelvisionäre zu sein. In punkto Ökobilanz und im stetigen Streben nach dem Wahren, Seelenvollen und Aufrichtigen haben sie Vorbildcharakter für die ganze Branche. «Fake ist out», sagen die beiden Insel-Paten. «Fortgeschrittene Reisende laufen vor nichts schneller davon als vor falschen Luxus.»