Das türkische Volk hat gerade einige Sorgen zu bewältigen. Nach dem gescheiterten Putschversuch vergangene Woche, durch den mindestens 265 Menschen starben und 1500 weitere verletzt wurden, spricht der Präsident Erdogan nun von Säuberungen rund um Militär, Justiz und Politik. Er fordert die Wiedereinführung der Todesstrafe. Die Pressefreiheit ist seit mehreren Jahren ein grosses Thema in der Türkei.

Während sich ihr Mann also stets in den Schlagzeilen sämtlicher europäischer Medien findet, führt Emine Erdogan ein recht ruhiges Leben. Zumindest was das öffentliche Interesse angeht. Hinter den Kulissen scheint einiges zu passieren. Denn tatsächlich soll die Frau des türkischen Staatspräsidenten regelmässig tausende von Franken verprassen.

Ein ganzes Einkaufszentrum für sich

Als sie ihren Mann zu einem offiziellen Staatsbesuch nach Belgien begleitete, liess Emine Erdogan ein ganzes Einkaufszentrum schliessen, um in Ruhe einkaufen zu gehen. Das berichtete die belgische Zeitung «La Capitale». Zudem trinkt die Frau des türkischen Präsidenten am liebsten Weissen Tee aus der Provinz Rize, schrieb die regierungstreue Zeitung «Yeni Akit». Das Kilo kostet etwa 1800 Euro (etwa 1900 Franken), verglichen mit dem türkischen Durchschnittseinkommen von 300 Euro ein echter Luxus.

Im pompösen Palast des Ehepaars wurden Teppiche im Wert von mehr als acht Millionen Euro ausgelegt. Insgesamt ist das Bauwerk übrigens fünf Fussballfelder gross und hat 280 Millionen Euro gekostet.

Der Skandal um eine Halskette

Ganz skandalfrei ist Emine Erdogan auch nicht. Bei der Eröffnung eines Einkaufszentrums in Moskau wurde ihr 2005 von einem türkischen Geschäftsmann eine Kette im Wert von 27'000 Euro geschenkt. Die hitzige Diskussion in der Heimat über solche Geschenke veranlasste das Paar Erdogan schliesslich jedoch dazu, das Geschenk zurückzugeben.

Dafür, dass Emine Erdogan sehr auf ihr Image als Wohltäterin achtet, lebt sie nicht nur luxuriös, sondern äussert sich zum Geschlechterverhältnis auffallend konservativ. Im März machte sie durch ihre durchweg positiven Aussagen über das Harem-Dasein Schlagzeilen.

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Die vielen extravagenten Einkäufe und Anschaffungen der türkischen First Lady stossen auf Kritik. Der Unterschied zwischen ihrem Lebensstandard und dem des durchschnittlichen türkischen Bürgers ist frappant. Es bleibt abzuwarten, wie lange sich die Familie Erdogan das noch leisten kann.

Dieser Text erschien zuerst bei unserer Schwester-Publikation «Business Insider Deutschland» mit dem Titel «Von wegen streng gläubig? Das Luxusleben von Erdogans Ehefrau»