Womit haben Sie Ihr erstes­ Geld verdient?
Mit Papiersammeln in Steffisburg, wo ich aufgewachsen bin.

Was haben Sie mit dem Geld gemacht?
Ich habe mehr als anderthalb Jahre gespart, um mir eine Spiegelreflexkamera kaufen zu können, die ich übrigens noch immer habe. Das ist der Gegenstand, für den ich am längsten gearbeitet habe.

Wofür geben Sie heute Geld aus?
Wie alle für Steuern, für die Krankenkassenprämien, für die Familie. Und dann für meine Sammlungen.

Was sammeln Sie denn?
Alte Dokumente: Papiere, Ansichtskarten und Münzen. Insbesondere interessieren mich historische Dokumente, etwa aus der Zeit der Helvetischen Republik (1798 bis 1803). Ich katalogisiere alles.

Für was geben Sie ungern Geld aus?
Für Bussen, Krankenkassen- und Versicherungsprämien. Aber letztlich ist für mich Geld einfach ein Mittel zum Zweck.

Das sagen ausgerechnet Sie, der Chef der Schweizer Münz­produktionsstätte?
Ja, ich lebe vom Geldherstellen. Wir versorgen die Bevölkerung über die Nationalbank mit genügend Münz-Bargeld - vom Fünfräppler bis zum Fünf­liber...

...wobei es immer wieder Rufe nach der Abschaffung des Fünfräpplers gibt.
Der Druck auf die Kleinstmünzen ist überall gross, auch auf die 1- oder 2-Eurocents-Münzen. Das 5-Rappen-Stück ist aber in der Produktion noch immer günstiger als sein Geldwert. Auch ist sein Bedarf sehr hoch. Denn 5-Rappen-Münzen bleiben beliebte Sammler­stücke und werden oft dem Geldkreislauf entnommen.

Anzeige

Apropos Sammeln: Swissmint stellt auch Sammel­münzen her. Sind diese denn heute noch gefragt?
Aktuell verkaufen wir pro Jahr rund 115 000 numismatische Produkte: Münzen zum Gedenken an Persönlichkeiten und Jubiläen oder mit Sujets mit Schweizer Bezug. Die Nachfrage der klassischen Sammler ist tendenziell rückläufig. Bei der Roger-Federer-Münze aber war das Interesse so gross, dass die geprägten 70 000 Stück schnell ausverkauft waren. Daher produzieren wir weitere 40 000 Münzen. So etwas habe ich in meiner Karriere bei Swissmint noch nie erlebt.