Es waren Brüder im Geiste, die sich da erst im prall gefüllten Vortragsraum der Universität und anschliessend mit ausgewählten Gästen im Zürcher Hotel Baur au Lac trafen: Nationalbank-Präsident Thomas Jordan und Bundesbank-Chef Jens Weidmann gelten als eingespielte Achse der Stabilitätsprediger im Herzen Europas, die sich konsequent gegen Experimente wie gross angelegte Anleihenkäufe oder marktferne Wechselkursanbindungen stellt.

Nur einmal schaute Weidmann etwas verdutzt, als Jordan bei der Vorstellung des Gastredners zwar Deutschland für sein Reformpaket lobte, dieses dann aber von «Agenda 2010» zur «Agenda 2000» umtaufte.

Ansonsten passte kein Blatt Papier zwischen die Präsidenten. Weidmann kritisierte erwartungsgemäss das Geldflutungsprogramm – Quantitative Easing – der Europäischen Zentralbank (EZB) und bezweifelte die Logik dahinter: Das Risiko der Deflation sei nicht sehr gross, da der Preisrückgang vor allem durch den tiefen Ölpreis verursacht werde und deshalb eher positiv zu sehen sei. Die Reformpolitik in der Eurozone drohe dagegen durch die Geldflut zu erlahmen, kritisierte das EZB-Ratsmitglied. Der Zuspruch der Gäste war ihm sicher.

Information: ★★★★☆

Networking: ★★★★☆

Unterhaltung: ★★★★☆

Börsenkapital: ★★☆☆☆