Der Privatclub Mar-a-Lago von US-Präsident Donald Trump kann sich sehen lassen: Das 35'000 Quadratmeter grosse Grundstück in Florida liegt direkt am Meer, ist mit 118 Zimmern und Privatstrand ausgestattet, sowie mit Pool, Spa, Tennisplätzen, Golfanlagen und zwei Ballsälen. Trump zieht Wochenenden in seinem Luxusanwesen offensichtlich denen im Weissen Haus vor: Von 13 Wochenden im Amt hat er bereits sieben in Mar-a-Lago in Palm Beach verbracht - mehr als jedes zweite.

Das zeigt eine neue Website IsTrumpAtMarALago.org («Ist Trump im Mar-A-Lago»), die verfolgt, ob Trump gerade in Mar-a-Lago residiert. Der Think Tank Center for American Progress (CAP) Action Fund, der hinter der Seite steckt, berechnet auch, was die Trips den amerikanischen Steuerzahler bislang gekostet haben: rund 25 Millionen Dollar. Die Zahl basiert auf einer Berechnung des Government Accountability Office. In diesem werden die Kosten für einen einzelnen Trip auf 3,6 Millionen Dollar bezifferte.

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Obdachlosenhilfe für sechs Jahre

IsTrumpAtMarALago.org gibt gibt ebenfalls an, was man mit dem Budget sonst noch hätte anstellen können. 9000 Senioren, Veteranen und Menschen mit Behinderungen hätten etwa via dem Service «Meals on Wheels» mit Mahlzeiten beliefert werden können. Trump will bekannterweise das Funding für den Dienst streichen. Alternativ hätten mit dem Geld sechs Jahre lang Obdachlose unterstützt werden können. Auch dem Dienst, der sich um Menschen auf der Strasse kümmert, will Trump das Budget streichen.

«Es ist extrem scheinheilig von Donald Trump, Millionen an Regierungsgeldern in Mar-a-Lago auszugeben, während er gleichzeitig lebenswichtige Programme wie Meals on Wheels kürzen will», sagt CAP-Sprecherin Morgan Finkelstein. «Unser Tracker wird Trump zur Rechenschaft ziehen für seine ausser Kontrolle geratenen Ausgaben zulasten des Steuerzahlers.»

Proteste und Alternativvorschläge

Auch in Florida hatte sich zuletzt Widerstand gegen Trumps häufige Besuche geregt: Demokratische Abgeordnete forderten den Präsidenten auf, die Millionenkosten für seine Besuche zu erstatten. Polizei und Feuerwehr müssten jedes Mal Überstunden leisten, wenn er anreise. Kleinere Unternehmen um das Domizil herum würden leiden, da sie mehr für Sicherheitsmassnahmen ausgeben müssten. Der Flugverkehr werde eingeschränkt. Die Abgeordnete Lois Frankel schlug vor, Trump solle alternativ die Erholungsanlage Camp David im US-Bundesstaat Maryland nutzen.

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Über die Ostertage kam es vor dem Mar-a-Lago, wo Trump mit seiner Familie die Feiertage verbrachte, zu Protesten. Demonstranten forderten den Präsidenten auf, endlich seine Steuererklärungen zu veröffentlichen. Anlass war die Frist zur Abgabe der Steuererklärungen für das Vorjahr, die bis Mitte April fällig werden. Proteste gab es zudem in New York, Philadelphia, Boston, Seattle, San Francisco, Los Angeles und anderen Städten. Im kalifornischen Berkeley gab es Zusammenstösse und Festnahmen. Trump hält die Proteste für inszeniert.

Trumps Mega-Jacht wurde nie gebaut, ansonsten wäre vielleicht auch sie eine Alternative zu Mar-a-Lago: