Vorgestern fragte man sich noch, ob das ein zu früh entlaufener Aprilscherz sei: In den USA will der VW-Konzern seine Kernmarke umtaufen, meldeten diverse amerikanische Medien nach Börsenschluss. Alle E-Automobile sollen künftig unter dem Namen Voltswagen fahren, genauer: «Voltswagen of America».

Der Wirtschaftssender CNBC sowie «USA Today» und später auch die Nachrichtenagentur AP beriefen sich darauf, dass sie Einblick hatten in ein Pressecommuniqué: Dieses war datiert auf den 29. April und offenbar zu früh versandt worden.

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Im Text werde erklärt, dass der Name Voltswagen künftig als «öffentliche Deklaration der zukunftsbezogenen Orientierung der Gesellschaft in die E-Mobilität» dienen soll.

Am Dienstag folgte eine offiziöse Bestätigung: Auf seiner US-Website gab der deutsche Automobilkonzern bekannt, dass man die Marke umtaufen wolle – zumindest für E-Autos. «Voltswagen: A new name for a new era of e-Mobility», so der Titel der Mitteilung.

Kein Witz?

Es sei geplant, den Namen Volkswagen in Amerika verschwinden zu lassen: Während die E-Automobile als Voltswagen gebrandet sein sollen, werden die klassischen Verbrenner nur noch das VW-Logo tragen. Dieses soll dunkelblau sein  – während hellblau die Farbe des VW-Logos bei den Elektromobilen wird.

«Wir werden vielleicht unser K gegen ein T austauschen, aber was wir nicht ändern, ist das Engagement, erstklassige Fahrzeuge für Fahrer und Menschen überall herzustellen»: So lässt sich Scott Keogh zitieren, der CEO von Volkswagen of America. Die Idee eines Volksautos sei der Kern der Marke, und das gelte auch weiterhin: «Wir haben von Beginn unserer Umstellung auf eine elektrische Zukunft gesagt, dass wir Elektrofahrzeuge für Millionen bauen werden, nicht nur für Millionäre.» Die Namensänderung spiegle die Vergangenheit als Volks-Auto genauso wie die feste Überzeugung, «dass unsere Zukunft darin besteht, das Elektroauto der Völker zu sein.»

Allerdings blieb die Aprilscherz- respektive Werbe-Gag-Frage immer noch im Raum.

Denn es wäre ja nicht das erste Mal. Es kam schon mehrfach vor, dass Autowerber derartige Spässe vom Stapel liessen.

In Erinnerung blieb der Fall von Citroën, das 2019 eine Namensänderung für den deutschen Markt bekannt gab: Da die Marke allzu häufig falsch ausgesprochen werde, heisse man in Deutschland künftig Zitrön.

Und wie «CNN Business» erinnert (wo man der Voltswagen-Sache von Beginn an mit einer gewissen Skepsis begegnete), verkündete BMW Mini im April 2012, man werde den Mini Yachtsman als Amphibienfahrzeug auf den Markt bringen. 

Andererseits hatte Volkswagen den Namen @Voltswagen in Grossbritannien bereits auf Social Media eingesetzt, und zwar mit einer gewissen Ernsthaftigkeit. Allerdings nur sporadisch.

Am Abend trat der Konzern dann aber auf die Bremse, ein Sprecher in Wolfsburg nannte die Sache gegenüber dem «Wall Street Journal» tatsächlich «just a marketing action», aufgegleist zur Lancierung des Elektromodells Id.4 in den USA.

Auch die Nachrichtenagentur «Reuters» zitierte drei anonyme Personen «briefed on the matter» mit der Feststellung, dass der Name nicht geändert werde. Die Sache sei ein «Marketing Stunt», der am Mittwoch aufgelöst werde.

Dabei hatte es (neben Witzeleien) durchaus auch ernsthaftes Lob gegeben für die Idee, selbst von anerkannten Automarkt-Experten.

Hören Sie im Podcast: Auto-Abo: Lohnt sich das?

(rap)