Sie arbeitet mit der Niederlage. Denn damit kennt sich Tanja Frieden aus. Die frühere Spitzensportlerin erkämpfte sich 2006 den Olympiasieg im Snowboardcross – doch vor und nach den Siegen war auch das Scheitern Teil ihrer Karriere. Frieden kämpfte sich durch, immer mit dem Ziel vor Augen, wieder ganz oben zu stehen. Wie sie das Tal der Tränen durchquerte, gibt sie heute an die Menschen weiter, die wissen, was es heisst, ihr Ziel zu verfehlen: Manager.

Mit ihrer Tätigkeit ist sie nicht allein. So manch ehemaliger Sportler spielt heute in der Liga der Berater mit: Workshops, Ratgeber, Trainings-Camps oder Coaching-Sitzungen für gestresste Manager, Führungskräfte und jeden, der es mit sich selber aufnehmen will. Dass Sportler Manager beraten, findet Daniela Gisler durchaus sinnvoll. Für sie sind Topathleten nämlich ähnlich gefordert wie Unternehmer. «Spitzensportler sind ständig am Optimieren. Ihr Produkt ist ihre Bestleistung, die sie verkaufen müssen», sagt sie.

Teamplayer und Egoist zugleich

Gisler ist geschäftsführende Partnerin der Samm Group, die Topathleten managt und ihnen eine Rundumbetreuung bietet. Ebenso wie ein Manager müsse ein Sportler das richtige Team um sich scharen, um erfolgreich zu sein, erklärt sie: «Er muss Teamplayer und Egoist zugleich sein – und ohne Time-Management und mentale Stärke geht gar nichts.»