Der wohl berühmteste Vedutenmaler der Welt ist vor allem für seine Panorama-Ansichten von Venedig berühmt. Doch verbrachte der Venezianer auch zehn Jahre in London. Seine Werke der Themse-Metropole ­gelten als die künstlerisch besten und ­topographisch detailgetreuesten des 18. Jahrhunderts.

Mit einem Schätzwert von 2 bis 3 Mil­lionen Euro ist sein Ölgemälde «Blick auf die Horse Guards vom St. James’s Park aus» das Top-Los der Dorotheum-Altmeisterauktion am 17. Oktober. Das Bild entstand um 1752/53, als die neuen Horse Guards aufgebaut wurden. Die Horse Guards, schon damals ein Wahrzeichen Londons, sind ein Motiv, das Canaletto vor dem Abriss der alten Gebäude und während des Neubaus wiederholt gemalt hat. Das 60 × 100 Zentimeter grosse, historisch und architekturgeschichtlich bedeutende Dokument gehört zu den seltenen Arbeiten des Künstlers, die auf Holz gemalt sind. Stilistisch gilt es als ausgesprochen britisch – auch im Hinblick auf die diffuse atmosphärische Lichtstimmung, die etwa auf William Turner verweist.

Ein weiterer spektakulärer Panoramablick stammt vom Modeneser Antonio Joli, auch «neapolitanischer Canaletto» genannt. Seine königliche Prozession nach Piedigrotta, Neapel, vor der Kulisse des rauchenden Vesuvs und der Halb­insel von Sorrent, stammt ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert und ist auf 200 000 bis 300 000 Euro geschätzt. (ba)

Dorotheum Wien; Altmeisterauktion: 17. Oktober 2012.