Die Business-Idee

Orange, grün, violett, rosarot. Eine Farbexplosion auf dem Teller, die auch für Instagram und Pinterest taugt – nicht nur das versprechen die kleinen Teigtaschen vom Startup Madame Sum. «Wir packen europäische Geschmacksrichtungen in asiatische Dim Sum, und zwar in höchster Qualität», sagt Co-Founder Arnaud Verschueren. Im Sechserpack kann man sich Dumpling-Kreationen wie Smoked BBQ Rinderbrust, grillierten Broccoli mit Mandeln, Hähnchen mit Rosmarin-Rotwein-Sauce oder Loup de mer mit Zitronen-Butter-Sauce direkt nach Hause bestellen. «Wir liefern unsere Produkte gefroren, weil man sie am besten frisch und heiss isst», so Verschueren. «In sieben Minuten hat man sie ganz einfach gedämpft und kann sie geniessen.»

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Die Gründer

Den Anfang nahm die Geschichte der drei Gründer Arnaud Verschueren, Yves Jäger und Tobia Tagliacozzo an der Hotelfachschule in Lausanne. «Wir hatten in einem Praktikum die Möglichkeit, ein Pop-up-Restaurant zu betreiben und mit unseren eigenen Ideen zu gestalten», erzählt Arnaud Verschueren. Weil Yves Jäger beruflich für einige Zeit in Hongkong gewesen war, kamen ihm die fernöstlichen Dumplings in den Sinn – und die Idee war geboren. Nach dem Abschluss gründeten sie Mitte 2019 eine Aktiengesellschaft, mit dem Ziel, trendige Dumpling-Bars aufzubauen.

Der Markt

Kurz vor dem ersten Corona-Lockdown, Anfang 2020, stand eigentlich alles zum Markteintritt bereit: «Wir hatten die passende Location am Bleicherweg in Zürich gefunden, alles geplant, hätten bald eröffnen können», so Verschueren. «Als plötzlich alles stillstand, mussten wir schnell umplanen und reagieren.» Quasi über Nacht hätten die drei einen Webshop mit Lieferservice im Grossraum Zürich auf die Beine gestellt. «Tobia hat die Website erstellt, Yves und ich die Lieferungen selbst ausgeführt», lacht Verschueren. Und das Notkonzept hat Erfolg: Schon im September expandiert Madame Sum nach Lausanne, ab November schreibt das Business schwarze Zahlen, im Dezember folgt der Markteintritt in Genf. «Heute liefern wir schweizweit aus», so der Mitgründer. Neben privaten Kunden und der Delikatessen-Abteilung von Globus sind auch Restaurants und Luxushotels wie das «Dolder Grand» in Zürich und das Hotel Lausanne Palace Abnehmer der Mini-Teigtaschen. Und sogar der «Gault-Millau» hat die Dim Sum bereits getestet und die «vertrauten Geschmäcker in unüblicher Form» als genussvoll bezeichnet.

«upbeat» – die Schweizer Startup-Serie

Unsere Startup-Serie «upbeat» porträtiert jede Woche ein Schweizer Jungunternehmen multimedial in Print, Audio und Video. Daneben kommen die wichtigsten Investoren und Akteure der Innovationsszene zu Wort. Bleiben Sie dran, im Format Ihrer Wahl: Text, Bild und unterhaltsame Videos finden Sie jede Woche auf handelszeitung.ch/upbeat oder in den sozialen Netzwerken. Den Podcast, mit vielen Tipps für Menschen, die selber in der Startup-Welt durchstarten möchten, finden Sie auf Apple Podcasts und Spotify – und überall da, wo Podcasts zu Hause sind.

Das Kapital

Mit rund 10 bis 18 Franken für sechs Dumplings plus Lieferkosten positioniert sich das Jungunternehmen preislich im Premiumsegment. Im März 2021 schlossen die Gründer eine Finanzierungsrunde ab, um E-Commerce und Logistik auszubauen. Kürzlich folgte eine weitere Runde über 1,2 Millionen Franken. Anfangs produzierten die drei ihre farbenfrohen Dumplings in einer ehemaligen Bäckerei in Herrliberg. Weil der Standort für die über zehn Mitarbeitenden zu klein geworden ist, nutzen sie jetzt eine Kantinenküche in Dübendorf. Die drei tüfteln ständig an neuen Geschmackskompositionen und saisonalen Angeboten. 18 Sorten gibt es aktuell im Shop, darunter auch süsse Varianten mit Nutella oder Apfel.

Die Chance

In diesem Jahr wollen die Gründer mindestens drei Millionen Verkäufe erreichen. Mehr als 7000 Kundinnen und Kunden haben bereits bei Madame Sum bestellt – viele auch mehrfach. Mit gelegentlichen Pop-up-Restaurants wie etwa im Hotel Four Seasons in Genf oder in den Wintermonaten im Hotel Steffani in St. Moritz kurbelt das Startup zusätzlich den Umsatz an. Das Netzwerk aus ihrer Zeit an der Hotelfachschule dürfte den Gründern dabei helfen.

Die Startup-Serie «upbeat» wird Ihnen von der Credit Suisse präsentiert.