Mit einem Sofortprogramm im Volumen von 100 Millionen Dollar reagiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf den bisher schwersten Ausbruch der tödlichen Ebola-Seuche. «Das Ausmass des Ebola-Ausbruchs und die damit verbundenen Risiken erfordern, dass die WHO und die betroffenen Länder ihrer Antwort eine neue Qualität geben», sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Donnerstag. Der gegenwärtige Ebola-Ausbruch in Westafrika sei beispiellos, warnte Chan.

Nötig seien mehr finanzielle Mittel und eine bessere Unterstützung der betroffenen Regionen durch Fachleute. Dringend benötigt würden vor allem Seuchenfachleute, Ärzte und Krankenschwestern. Auch Logistikfachleute würden gesucht, appellierte Chan an die Staatengemeinschaft. Insgesamt müsse das Helferkontingent dringend um einige Hundert Experten aufgestockt werden.

Die Politik ist gefordert

Chan kündigte an, das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Seuche am Freitag in Guinea mit den Präsidenten der betroffenen westafrikanischen Staaten zu besprechen.

Am Donnerstag hatte Sierra Leone den Notstand ausgerufen. Das Land ist am stärksten von der Epidemie betroffen. Das Nachbarland Liberia hatte schon am Mittwochabend scharfe Einreisekontrollen für Menschen aus den von der Seuche betroffenen Gebieten verhängt. Auch Nigeria und Ghana verschärften die Einreisekontrollen an den Flughäfen.

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Mehr als 700 Tote

Nach WHO-Angaben sind bei dem Ausbruch in Liberia, Guinea und Sierra Leone mehr als 720 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 1300 Menschen haben sich infiziert.

Die Seuche führt in 60 bis 90 Prozent der Fälle zum Tod. Sie wird über alle Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen eines erkrankten Menschen übertragen.

(reuters/gku/se)