In Saudi-Arabien soll ein Journalist nach Angaben von Menschenrechtlern am Freitag mit 1000 Peitschenhieben für die Gründung eines islamkritischen Online-Debattenmagazins bestraft werden. Erst am Mittwochabend hingegen hatte das saudische Königshaus den Anschlag islamischer Fanatiker auf die Pariser Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» verurteilt.

Der Blogger Raif Badawi solle vor einer Moschee in der Hafenmetropole Dschidda im Westen des Landes öffentlich ausgepeitscht werden, berichtete die Organisation Amnesty International am Donnerstag.

Zehn Jahre Haft wegen Webseite

Badawi war im Mai zu der harten Strafe sowie zu zehn Jahren Haft und einer Geldstrafe von einer Million Rial (rund 230'000 Franken) verurteilt worden.

Der Aktivist ist seit Mitte 2012 in Haft, seine Webseite «Freie saudische Liberale» wurde geschlossen. In dem Forum soll er den Islam beleidigt haben. Badawi habe «sich nichts anderes zuschulden kommen lassen als es gewagt zu haben, ein öffentliches Forum für Debatten zu schaffen», heisst es von Amnesty International. Dafür bestraft zu werden, sei «erschreckend».

(sda/gku)