Die schwarz-rote Koalition in Deutschland will eine Grenze für ausufernde Managergehälter ziehen. Die deutsche Bevölkerung unterstützt laut einer Umfrage mit grosser Mehrheit diese Stossrichtung. Fast drei Viertel der Deutschen spricht sich dafür aus, Topmanagern die Gehälter zu beschneiden.

Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK für die «Welt am Sonntag». Anlass war die 1:12-Initiative in der Schweiz. Auf die Frage, ob sie für eine solche Regelung seien, sagten 73,3 Prozent der Befragten Ja. 

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In Deutschland selbst zeichnet sich eine strengere gesetzliche Regelung bei den Managergehältern ab. Darauf hat sich die schwarz-rote Koalition aus Union und SPD gemäss einem Bericht der «Bild am Sonntag» in den Koalitionsverhandlungen geeinigt.

SPD würde 1:12 befürworten

Der Verwaltungsrat jedes börsennotierten Unternehmens müsse künftig prozentual festlegen, um wieviel höher der Verdienst jedes Geschäftsleitungsmitgliedes gegenüber dem durchschnittlichen Arbeitnehmereinkommen der Firma maximal sein dürfe.

SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann sagte der «Bild am Sonntag»: «Wo der freie Markt versagt, muss der Staat versuchen, für Gerechtigkeit zu sorgen. (...) Es ist gut, dass wir im Entwurf des Koalitionsvertrages erstmals eine Grenze für Managergehälter eingezogen haben.»

Union und SPD würden sich mit Empfehlungen an die Wirtschaft sowie freiwilligen Regeln nicht zufrieden geben. Die Wirtschaft und Aktionärsschützer lehnen gesetzliche Vorgaben ab.

(sda/muv)