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Presseschau
1:12 Lohnobergrenze war Stimmvolk zu extrem

In der Debatte vor der Abstimmung war von Lohngerechtigkeit die Rede. Die hohen Gehälter sollten mit der 1:12-Initiative gedeckelt werden. Das Volk wollte dies nicht - die wichtigsten Pressestimmen.

Veröffentlicht am 25.11.2013

Die Schweizer Zeitungen werten die Ablehnung der 1:12-Initiative als Zeichen für die pragmatische Haltung des Stimmvolks. Die Idee einer Lohnobergrenze sei vielen Abstimmenden zu extrem gewesen - trotz des anhaltenden Unbehagens über hohe Managerlöhne.

NEUE ZÜRCHER ZEITUNG: «Der Souverän ist gegen Populismus nicht immer ganz immun. Aber wenn es ans Eingemachte geht, bleibt er pragmatisch und verzichtet auf Experimente (..). (..). Den Initianten hat der Urnengang die Grenzen ihrer Politik und ihres Politmarketings aufgezeigt.»

NEUE LUZERNER ZEITUNG: «Anders als bei der Minder-Initiative (..) schaffte es die Wirtschaft dieses Mal, ihre Argumente (..) an die Stimmbürger zu bringen. (..) Ihren Feldzug gegen die liberale Wirtschaftsordnung wird die Linke aber trotz der gestrigen Niederlage fortsetzten (..). (..). Nach dem Nein zu 1:12 können die bürgerlichen Parteien lediglich vorerst aufschnaufen (..).»

BERNER ZEITUNG: «Obwohl der Missmut über teilweise astronomische Manager-Saläre nach wie vor gross ist, lässt sich mit einem starren Lohndeckel in der Schweiz kaum eine Abstimmung gewinnen. (..) Trotzdem sind (..) Unternehmen (..) gewarnt, die Saläre in zweistelliger Millionenhöhe ausschütten. Denn das Verständnis für solches Gebaren ist mit dem gestrigen Abstimmungssonntag nicht gewachsen.»

BASLER ZEITUNG: «Die bürgerlichen Parteien standen geschlossen hinter der Kampagne gegen den Staatseingriff in den Arbeitsmarkt. Diese Allianz müsste sich weiterführen lassen, wenn es um ein staatliches Lohndiktat beim Mindestlohn (...) und weiteren Eingriffen in den Arbeitsmarkt geht.»

DER BUND: «Die Angst, dass rigide Lohnvorschriften (..) wirtschaftlich allen schaden könnten, war stärker als die Sehnsucht nach Gerechtigkeit. (..). Der Ärger über Lohnorgien in Chefetagen (..) ist nicht verflogen. (..). Nur wenn die Mehrheit des Stimmvolks das Gefühl hat, dass die Wirtschaft ihre Freiheit nicht missbraucht, wird die Bereitschaft weiterhin vorhanden sein, linke Regulierung und rechten Isolationismus abzulehnen.»

TAGES-ANZEIGER: «Das Stimmvolk hat die 1:12 -Initiative deutlich verworfen. Aber jeder dritte Stimmbürger in diesem doch eher liberal geprägten Land wollte einen in der Verfassung definierten Lohndeckel. (..). Die Wirtschaftsverbände und die Bürgerlichen, die die Initiative bekämpften, können die Forderung nach fairer Lohnverteilung jetzt nicht einfach abhaken.»

24 HEURES/TRIBUNE DE GENÈVE: «Die JUSO hat ein prachtvolles Eigentor für ihre eigene Mannschaft geschossen. (..) Der grosse Sieg verschafft den Bürgerlichen einen unwiderlegbaren Vorteil bei der ungleich wichtigeren Kampagne für einen Mindestlohn: Den der Glaubwürdigkeit.»

(sda/tke/aho)

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