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Anschlag
147 Tote bei IS-Attentat in Bagdad

Bagdad: Der Irak wird immer wieder von schrecklichen Anschlägen erschüttert. Keystone

Der Irak erlebt den schwersten Anschlag in diesem Jahr: EIne Bombe explodierte in der Nacht zum Sonntag in einem Einkaufsviertel von Bagdad und tötete mindestens 147 Menschen.

Veröffentlicht am 03.07.2016

Bei einem Bombenanschlag in einem Einkaufsviertel von Bagdad sind in der Nacht zum Sonntag der Polizei und Ärzten zufolge mindestens 147 Menschen getötet worden. Zudem wurden mehr als 200 verletzt, als im Stadtteil Karrada im Zentrum der irakischen Hauptstadt ein mit Sprengstoff beladener Kühlwagen explodierte. Wegen der Ramadan-Feierlichkeiten seien viele Menschen auf den Strassen gewesen. Zu dem Selbstmordanschlag bekannte sich die Extremistenmiliz Islamischer Staat.

Ein weiterer Sprengsatz detonierte Polizeikreisen zufolge auf einem Markt im Schiiten-Viertel Al-Shaab im Norden der Stadt. Dort habe es mindestens zwei Tote gegeben. Das US-Präsidialamt verurteilte die Anschläge und teilte mit, die USA seien nun umso entschlossener, den Irak im Kampf gegen den IS zu unterstützen.

Schwerster Anschlag in diesem Jahr

Weil viele Iraker während des Fastenmonats Ramadan am Samstagabend zum Essen ausgingen und spät Einkäufe erledigten, waren in der Innenstadt von Bagdad noch viele Menschen unterwegs. Mehrere Gebäude wurden schwerbeschädigt und stürzten teilweise ein, darunter auch ein Einkaufszentrum, das das Ziel des Selbstmordanschlags gewesen sein soll.

Die Zahl der Opfer erhöhte sich im Laufe des Sonntags mehrfach, weil Helfer weitere Leichen unter den Trümmern bargen und Menschen ihren schweren Verletzungen erlagen. Kurz vor dem Ende des Ramadan war dies der schwerste Anschlag im Irak in diesem Jahr.

Wütende Anwohner bewerfen Abadis Konvoi

Ministerpräsident Haider al-Abadi besuchte die Anschlagsorte. Sein Konvoi wurde von wütenden Anwohnern mit Steinen und Flaschen beworfen. Abadi hatte nach der Rückeroberung der IS-Hochburg Falludscha mehr Sicherheit versprochen, allerdings ist kein Rückgang der Anschläge zu beobachten.

Der IS versuche nun, die demütigende Niederlage in Falludscha mit weiteren Attentaten zu vergelten, sagte ein ehemaliger Armee-Offizier in Bagdad. Die Annahme der Regierung, die Anschläge seien bislang nur aus einer Gegend gesteuert gewesen, sei ein Fehler. Es gebe Schläferzellen im Land, die ganz unabhängig voneinander agierten. Nach der Einnahme von Falludscha bringt sich die irakische Armee für den Sturm auf die IS-Hochburg Mossul in Stellung. Mossul gilt als faktische Hauptstadt des IS im Irak.

 (reuters/moh)

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