Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in New York haben Staatenvertreter aus aller Welt ihre Unterschrift unter das neue Klimaschutzabkommen gesetzt. «Dies ist ein historischer Moment. Niemals zuvor hat eine solch grosse Zahl von Ländern ein internationales Abkommen an einem einzigen Tag unterzeichnet», sagte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Insgesamt wollten Vertreter aus 171 Ländern das Abkommen im Rahmen der Zeremonie unterzeichnen, unter ihnen die Schweiz. Ban forderte, dass auf die Unterzeichnung auch möglichst rasch die Ratifizierung in den einzelnen Ländern folgen müsse. Zusammen mit dem Armutsbekämpfungsprogramm der Uno habe die Klima-Vereinbarung «die Kraft, die Welt zu verändern», betonte er.

François Hollande macht den Anfang

Erster in der langen Schlange von Unterzeichnern im Uno-Hauptquartier war der französische Präsident François Hollande, als Gastgeber der Klimakonferenz von Paris vor vier Monaten, bei der das Abkommen ausgehandelt worden war. Die Unterzeichnungszeremonie dauerte am späten Vormittag (Ortszeit) an.

Für die Schweiz setzte Bundesrätin Doris Leuthard ihre Unterschrift unter das Klima-Abkommen von Paris. Genehmigt das Parlament das Abkommen, bestätigt die Schweiz beim Uno-Klimasekretariat, dass sie ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 um 50 Prozent unter das Niveau von 1990 senken will.

Erderwärmung begrenzen

Das Abkommen sieht vor, die Erderwärmung auf ein beherrschbares Mass von deutlich unter zwei Grad und möglichst unter 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Ferner soll in der zweiten Jahrhunderthälfte eine «Treibhausgasneutralität» erreicht werden.

Damit das Abkommen in Kraft treten kann, müssen es mindestens 55 Staaten ratifizieren, die zusammen mindestens 55 Prozent des Treibhausgasausstosses verursachen. Besonders heikel ist der Ratifizierungsprozess in den USA, wo der von den Republikanern dominierte Kongress das Abkommen ablehnt. Der Klimaschutz könnte daher zu einem zentralen Thema im US-Wahlkampf werden.

(sda/gku)

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