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Schmiergeld
1MDB: Schweiz dehnt Ermittlungen aus

Zwei ehemalige Beamte der Vereinigten Arabischen Emirate geraten in den Fokus der Schweizer Bundesanwaltschaft. Hintergrund sind Ermittlungen in Zusammenhang mit dem malaysischen Staatsfonds 1MDB.

Veröffentlicht am 12.04.2016

Die Bundesanwaltschaft dehnt ihr Strafverfahren im Korruptionsfall um den malaysischen Staatsfonds 1MDB (1Malaysia Development Berhad) auf zwei ehemalige Beamte der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) aus. Diese hatten sich um Staatsfonds von Abu Dhabi gekümmert. Ausserdem hat die Bundesanwaltschaft ein neues Rechtshilfeersuchen an Luxemburg und an Singapur gerichtet, wie die Behörde am Dienstag mitteilte.

Die Beschuldigungen gegen die beiden ehemaligen Beamten aus den Emiraten lauten auf Betrug, ungetreue Geschäftsbesorgung, ungetreue Amtsführung, Urkundenfälschung, Bestechung fremder Amtsträger und Geldwäscherei. Die Filialen von 1MDB hatten laut Mitteilung zwei Serien von Obligationen zur Finanzierung von Investitionen in Kraftwerke emittiert. Die Umstände, unter welchen erreicht wurde, dass ein Staatsfonds von Abu Dhabi deren Rückzahlung garantiert, sei Gegenstand dieses Teils des Strafverfahrens.

«Anhaltspunkte» für Korruption

Die schweizerischen Behörden verfügen nun über «Anhaltspunkte», wonach die Beträge im Zusammenhang mit dieser Garantie nicht dem Staatsfonds von Abu Dhabi zugutegekommen sind, der die wirtschaftlichen Risiken trug. Die Beträge seien vielmehr an Dritte gegangen, insbesondere an die betreffenden Beamten sowie an eine Gesellschaft mit Verbindungen zur Filmindustrie. Auch ein ehemaliges Organ von 1MDB, das im schweizerischen Verfahren bereits beschuldigt ist, soll von diesen Beträgen profitiert haben.

In den Korruptionsfall um 1MDB sind auch schweizerische Banken involviert - darunter die Tessiner Privatbank BSI, die von der EFG International übernommen wird. Vergangenen Monat hatte ein BSI-Manager wegen dem Finanzskandal das Institut verlassen. Laut Medienberichten sollen Transaktionen auch die Falcon Private Bank sowie die inzwischen von der Genfer UBP übernommene Coutts International in den Skandal abgewickelt worden sein.

(awp/sie/mbü)

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