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Frauenanteil
200 Frauen mehr für Schweizer VR-Posten

Julie Fitzgerald: Die PWC-Managerin setzt sich für mehr Frauen an der Spitze ein. Pwc.ch

Der Arbeitgeberverband will, dass mehr Frauen in VR-Posten gewählt werden und hat eine Liste mit fähigen Kandidatinnen veröffentlicht. Der Frauenanteil in Schweizer VRs ist nach wie vor gering.

Veröffentlicht am 21.04.2015

Der Schweizerische Arbeitgeberverband will dazu beitragen, dass mehr Frauen in Verwaltungsräte von Schweizer Unternehmen gewählt werden. Er veröffentlichte eine Liste mit aus seiner Sicht für ein Mandat geeigneten 400 Frauen.

Die Namenliste sei zusammen mit Projekt-Partnern zusammengetragen worden, schrieb der Schweizerische Arbeitgeberverband in seiner Mitteilung. 200 der aufgeführten Frauen sind bereits Verwaltungsrätinnen in einem grösseren Unternehmen.

Der Verband verwies auf eine im Oktober 2013 veröffentlichte Studie, die er gemeinsam mit zCapital erstellt hatte. 84 Prozent der antwortenden Publikumsgesellschaften gaben demnach an, den Anteil der Frauen in ihren Verwaltungsräten erhöhen zu wollen.

Der Frauenanteil in Verwaltungsräten von Schweizer Unternehmen wuchs seit dem Jahr 2010 um 50 Prozent. Experten erwarteten, dass 2020 aller Voraussicht nach die Verwaltungsräte in der Schweiz zu 30 Prozent mit Frauen besetzt sein würden, schrieb der Arbeitgeberverband.

Die freiwilligen Bemühungen trügen Früchte, hielt der Verband fest. Mit seiner Liste will er dazu beitragen, dass die Unternehmen ihr selbst gestecktes Ziel erreichen können.

Umstrittene Aktienrechtsrevision

Der Bundesrat will mit der Aktienrechtsrevision in an der Börse kotierten Gesellschaften eine Geschlechterquote von 30 Prozent einführen. Demnach sollen weder Frauen noch Männer mit weniger als 30 Prozent in Geschäftsleitungen und Verwaltungsräten vertreten sein. In der Vernehmlassung war dieses Anliegen umstritten.

Wirtschaftsverbände sowie die SVP und die FDP lehnen Frauenquoten ab. Die CVP würde zwar eine stärkere Frauen-Vertretung in Führungsgremien begrüssen, will aber Bemühungen der Unternehmen für eine Selbstregulierung abwarten. Die SP dagegen stellt sich hinter die Zielquoten für beide Geschlechter.

(sda/chb)

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