Der Schlagabtausch zwischen Israel und den radikalen Palästinensern wird immer heftiger. Bei der israelischen Offensive gegen Extremisten im Gazastreifen sind am ersten Tag nach palästinensischen Angaben mindestens 25 Menschen getötet worden.

Weitere ungefähr 130 Menschen seien verletzt worden, berichteten Sanitäter und Sicherheitsleute in der Nacht zum Mittwoch. Andere Berichte gehen ebenfalls unter Berufung auf palästinensische Angaben von noch höheren Opferzahlen aus – unter den Toten befinden sich demnach auch Kinder.

Seit Beginn der Offensive habe Israel mehr als 270 «Terrorziele» im Gazastreifen angegriffen, sagte der Sprecher der Streitkräfte, Brigadegeneral Moti Almoz am Dienstagabend.

Beschuss israelischer Städte

Die radikalen Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad setzten unterdessen ihren Raketenbeschuss Israels fort. Die Angriffe wurden auch auf die israelischen Grossstädte Tel Aviv und Jerusalem ausgeweitet.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kündigte als Reaktion auf den eskalierten Nahost-Konflikt für Mittwoch ein Krisentreffen seiner Regierung an, wie der israelische Rundfunk berichtete. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi habe Abbas am Telefon zugesichert, sein Land werde sich für einen Waffenstillstand zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas einsetzen, hiess es weiter.

Die Arabische Liga forderte unterdessen den UNO-Sicherheitsrat in New York auf, eine Dringlichkeitssitzung wegen der Lage in Nahen Osten abzuhalten, schrieb die israelische Zeitung «Haaretz» am Dienstag.
Extremistenführer getötet

Bei einem israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen sind nach Angaben palästinensischer Medien in der Nacht zum Mittwoch mindestens sechs Menschen in einem Haus getötet worden. Der Schlag habe sich gegen ein führendes Mitglied des militärischen Arms des Islamischen Dschihad gerichtet. Der Mann und mehrere Familienmitglieder seien getötet worden, berichtete «Haaretz» online.

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Auslöser der jüngsten Runde der Gewalt waren die Entführung und die Ermordung von drei jüdischen Teenagern am 12. Juni sowie der mutmassliche Rachemord an einem palästinensischen Jugendlichen in der vergangenen Woche. Israel ist seit der Entführung gegen die Infrastruktur der Hamas im Westjordanland vorgegangen und hat hunderte Mitglieder der Organisation festgenommen.

Reservisten mobilisieren

Nach Angaben eines israelischen Militärsprechers hat die Armee die Mobilisierung von bis zu 40'000 Reservesoldaten bewilligt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte an, im Kampf gegen die Hamas sei es an der Zeit, «die Samthandschuhe auszuziehen».

Israel will mit der Operation «Zuk Eitan» (Fels in der Brandung) den ständigen Raketenbeschuss seiner Ortschaften unterbinden. Nach palästinensischen Angaben wurden auch ranghohe Hamas-Aktivisten getötet, darunter der Marinekommandeur Raschid Jassin. Seit Beginn der israelischen Luftoffensive seien von palästinensischer Seite etwa 130 Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert worden.

EU beunruhigt über eskalierende Gewalt

EU-Vertreter zeigten sich extrem beunruhigt über die eskalierende Gewalt in Nahost. «Wir verfolgen die sich rasch verschlechternde Lage im Süden Israels und im Gazastreifen mit schwerer Besorgnis», erklärte ein Sprecher der EU-Aussenbeauftragten am Dienstagabend in einer in Brüssel veröffentlichten Mitteilung.

«Die EU verurteilt das willkürliche Feuer auf Israel durch militante Gruppen im Gazastreifen scharf.» Doch auch die wachsende Anzahl ziviler Opfer, insbesondere Kinder, durch israelisches Gegenfeuer verurteile die EU. Alle Seiten müssten «äusserste Zurückhaltung» walten lassen und alles an eine sofortige Waffenruhe setzen.

(sda/me/vst)