Ein internes Sitzungsprotokoll der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom Mai 2011 deckt auf, dass der Entscheid zugunsten einer Computer-Individuallösung 27 Millionen Mehrkosten verursacht. Dies berichtet die Zeitung «Der Sonntag». An der Sitzung des Gesamtprojektausschusses ging es darum, ob das in die Kritik geratene Computer-Projekt Insieme durch eine andere Variante ersetzt werden soll.

Eingeholte Gutachten kamen dabei zum Schluss, dass die Alternativ-Lösung mit mehr Standardelementen dem bestehenden Projekt nicht nur ebenbürtig ist, sondern auch 27 Millionen Franken weniger kostet. Dennoch entschied man sich an der Abstimmung für die massiv teurere Variante. Urs Ursprung, Ex-Direktor der Eidgenössischen Steuerverwaltung, äussert sich seit seiner Freistellung erstmals öffentlich zu dem Entscheid. Er habe damals gedacht, dass Ross zu wechseln sei nicht gescheit, so seine Begründung. In dem Sitzungsprotokoll wird zudem ersichtlich, dass beim Projekt Insieme durch Ineffizienz 12 Millionen Franken in den Sand gesetzt wurde.