In Russland sind im vergangenen Jahr nach Angaben der Zentralbank fast 50 Milliarden Dollar illegal aus dem Land geschafft worden. Die Hälfte des Geldes wurde dabei von einer gut organisierten Gruppe abgezogen, wie der Notenbankchef Sergej Ignatjew sagte.

«Das können Zahlungen für Drogen sein.., Grau-Importe, Bestechungsgelder und Schmiergelder für Staatsangestellte, Manager...», sagte Ignatjew der Zeitung «Vedomosti». Auch Steuerhinterziehung gehöre dazu. Der Zentralbankchef lehnte es gegenüber einem Journalisten ab, Namen Verantwortlicher zu nennen. Die abgeflossene Summe entspricht 2,5 Prozent des russischen Bruttoinlandprodukts. Kritiker werfen Präsident Wladimir Putin vor, durch die Förderung des Staatskapitalismus der Korruption Nährboden zu geben.

Notenbankchef Ignatjew geht voraussichtlich im Juni in den Ruhestand. Ein Nachfolger soll im März bestimmt werden.

(tke/aho/sda)