Mehr als 5000 Iraner haben sich im Internet als Freiwillige zum Kampf im Nachbarland Irak gemeldet. Wie die iranische Internetseite Tabnak am Dienstag berichtete, folgten sie einem Aufruf der Organisation Volkshauptquartier zur Verteidigung schiitischer Heiligtümer gegen Angriffe sunnitischer Dschihadisten.

Auf der Internetseite harimshia.org hiess es, die in Einheiten zusammengefassten Freiwilligen warteten auf den Befehl von Irans geistlichem Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei zum Einsatz im Irak.

Anmeldung per SMS

Die Anmeldung als Freiwillige erfolgt direkt über die Internetseite oder per SMS. Im Irak gibt es mehrere schiitische Heiligtümer, unter anderen in Nadschaf und Kerbela südlich von Bagdad sowie in Samarra nördlich der Hauptstadt.

Das geistliche Oberhaupt der irakischen Schiiten, Ayatollah Ali al-Sistani, hatte die Iraker bereits Ende vergangener Woche aufgerufen, sich der Armee im Kampf gegen die sunnitischen Dschihadisten der Organisation Islamischer Staat im Irak und in der Levante (Isis) anzuschliessen.

Islamisten weiter rund 100 Kilometer vor Bagdad

Die iranische Bevölkerung gehört mehrheitlich der schiitischen Glaubensrichtung des Islam an. Teheran unterstützt die Regierung des irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki. Der Schiit verbrachte Jahre im iranischen Exil.

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Isis-Kämpfer eroberten in den vergangenen Tagen mehrere Städte und Regionen im Norden des Iraks und befanden sich am Dienstag weniger als 100 Kilometer von der Hauptstadt Bagdad entfernt.

(sda/gku/me)