Wird die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzt, lassen sich laut Klimaforschern schwerwiegende Folgen abwenden. Doch um dieses Ziel zu erreichen, sind laut einer Studie weltweit jährlich zusätzliche Investitionen von etwa 584 Milliarden Euro in nachhaltigere Formen der Energiegewinnung und Energieeffizienz nötig.

Das sei aber nicht mehr als pro Jahr in das von fossilen Energieträgern dominierte Energiesystem fliesse, wie das Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien am Mittwoch mitteilte.

Investitionen umleiten

Zwischen 2010 und 2050 weist die im Fachjournal «Climate Change Economics» veröffentlichte Analyse einen Gesamt-Investitionsbedarf von ungefähr 33 Billionen (Tausend Milliarden) Euro aus.

Ein Grossteil des benötigten Kapitals könnte von Investitionen in fossile Energieträger und damit in Verbindung stehende Technologien umgeleitet werden. Aktuell würden diese Formen der Energiegewinnung weltweit jährlich mit etwa 365 Milliarden Euro subventioniert, während nur etwa 146 bis 183 Milliarden Euro in saubere Energiegewinnung investiert würden.

Energiesystem verändern

«Wollen wir die schlimmsten Konsequenzen des Klimawandels vermeiden, müssen wir unser Energiesystem drastisch verändern», liess sich IIASA-Forscher David McCollum zitieren. Es gelte jedenfalls bald zu handeln, sonst laufe man Gefahr, das Zwei-Grad-Ziel aus den Augen zu verlieren, heisst es in der Studie, die Teil eines gross angelegten, von der EU geförderten Forschungsprojekts ist.

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Die grössten Investitionen brauche es in Zukunft vermutlich in den sich schnell entwickelnden Ländern Asiens und Lateinamerikas sowie in Afrika südlich der Sahara. In der Analyse wurden die Ergebnisse von sechs verschiedenen wissenschaftlichen Modellen verglichen.

(sda/gku/dbe)