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Notstand
Aargau lässt Asylbewerber im Zelt übernachten

Ein Zelt der Schweizer Armee (Archiv): Bis zu 140 Asylbewerber sollen in Armeezelten leben. Keystone

Asylbewerber werden im Aargau in Armeezelten einquartiert. Rund vier Monate sollen die Menschen darin übernachten. Der Kanton spricht von einer Notmassnahme.

Veröffentlicht am 21.07.2015

Als erster Kanton bringt der Aargau in den kommenden Monaten Asylsuchende auch in Militärzelten unter. Bei bestehenden Asylunterkünften in Aarau, Buchs und Villmergen baut die Schweizer Armee im Auftrag des Kantons grüne Zelte auf.

Die 13 Zelte würden Platz für insgesamt 140 Asylsuchende bieten, sagte Balz Bruder, Mediensprecher des Departements Gesundheit und Soziales, am Dienstag auf Anfrage. Ab kommender Woche seien die Zelte bezugsbereit. Bruder bestätigte eine Meldung des Onlineportals nzz.ch.

Bis zu 14 Betten pro Zelt

Der Kanton hatte beim Verteidigungsdepartement (VBS) ein entsprechendes Gesuch eingereicht, das vergangene Woche bewilligt wurde. Die Armeezelte stehen für eine Dauer von höchstens 110 Tagen zur Verfügung.

Pro Zelt können 10 bis maximal 14 Betten aufgestellt werden. Ausschliesslich Männer sollen in den Zelten leben. Neben den Zelten installiert der Kanton Container mit WC-Anlagen, Duschen und Küchen.

Besser als im Bunker

Bruder hielt fest, es handle sich nicht um eine Notmassnahme. Der Kanton lasse keine Zeltlager bauen, sondern ergänze «bestehende Asylstrukturen durch temporäre mobile Infrastrukturen». In den Sommermonaten sei es sinnvoller, die Asylsuchenden oberirdisch statt in unterirdischen Anlagen einzuquartieren.

Die Armeezelte messen 14 mal 5 Meter und können elektrisch beleuchtet werden. Gemäss nzz.ch werden sie von Durchdienern des Katastrophenhilfe-Bereitschaftsverbands errichtet, der auf dem Waffenplatz Bremgarten stationiert ist.

Schwierige Suche nach Unterkünften

Die Suche nach weiteren Unterkünften in den Gemeinden geht weiter. Bereits im Visier hat der Kanton die unterirdischen Geschützten Operationsstellen (GOPS) bei den Spitälern Baden, Aarau, Muri und Laufenburg.

Am Montag hatte der Kanton angekündigt, dass Anfang August bis zu 30 Asylsuchende in Laufenburg in ein Wohnhaus einziehen werden. In Menziken im Wynental wurde vor wenigen Tagen im Dorfzentrum eine Unterkunft für bis zu 90 Asylsuchende in Betrieb genommen.

Kanton erhält 2500 Asylsuchende

Beim Gebäude handelt es sich um ein kürzlich geschlossenes Restaurant. Auch in Menziken stiess der Kanton mit seinem Plan auf keine Begeisterung.

Der Aargau rechnet, dass der Bund dem Kanton bis Ende Jahr rund 2500 Asylsuchende zuweisen wird. Allein im Juni wurden dem Kanton vom Bund 276 Asylsuchende zugeteilt. Es handelt sich dabei um die höchste je registrierte Zahl. Sie liegt deutlich über den im Jugoslawien-Krieg verzeichneten Werten.

(sda/mbü/gku)

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