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Pressefreiheit
Ägypten schiebt australischen Al-Jazeera-Journalist ab

Peter Greste (r.) und weitere Al-Jazeera-Journalisten vor Gericht: Abschiebung.   Keystone

Nach 400 Tagen in Haft kommt der australische Journalist Peter Greste frei. Ägypten schiebt den Reporter in seine Heimat ab. Andere Al-Jazeera-Mitarbeiter bleiben indes inhaftiert.

Veröffentlicht am 01.02.2015

Ägypten schiebt den inhaftierten australischen Al-Jazeera-Reporter Peter Greste in sein Heimatland ab. Greste solle den Rest seiner siebenjährigen Haftstrafe in Australien absitzen, sagte ein Vertreter des Innenministeriums in Kairo am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP.

Der Reporter war im Juni vergangenen Jahres gemeinsam mit weiteren Al-Jazeera-Mitarbeitern wegen angeblicher Unterstützung der islamistischen Muslimbruderschaft verurteilt worden. Das Urteil war international scharf kritisiert worden.

Dubiose Vorwürfe

Greste, sein ägyptisch-kanadischer Kollege Mohamed Fahmi und der ägyptische Reporter Baher Mohamed waren wegen angeblicher falscher Berichterstattung zugunsten der islamistischen Muslimbruderschaft zusammen mit vier weiteren Angeklagten zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden. Im Januar entschied ein Kassationsgericht, der Prozess gegen alle Angeklagten solle neu aufgerollt werden.

Laut der Anklage sollen die Reporter heimlich und ohne Akkreditierung gearbeitet haben. Kairo betrachtet Al Jazeera als Sprachrohr der Regierung in Katar, wo der Sender seinen Sitz hat. Kairo wirft Katar vor, die Muslimbrüder zu unterstützen.

Verbot der Muslimbruderschaft

Die Bewegung selbst wurde in Ägypten nach dem Sturz des aus der Muslimbruderschaft hervorgegangenen Präsidenten Mohammed Mursi als Terrororganisation eingestuft und verboten.

(sda/gku)

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