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Staatskrise
Ägyptens Vizepräsident El Baradei tritt zurück

Mohammed El Baradei: Nicht alle friedlichen Alternativen ausgeschöpft. (Bild: Keystone)

Politischer Paukenschlag in Ägypten: Vizepräsident und Friedensnobelpreisträger Mohamed El Baradei hat wegen der jüngsten Krawalle mit vielen Toten seinen Rücktritt eingereicht.

Veröffentlicht am 14.08.2013

Nach blutigen Unruhen und der Verhängung des Notstands in Ägypten hat der Nobelpreisträger Mohammed El Baradei sein Amt als Vizepräsident niedergelegt. «Ich habe meinen Rücktritt eingereicht, weil ich nicht die Verantwortung für Entscheidungen, mit denen ich nicht einverstanden bin, tragen kann», sagte er nach einem Bericht des Nachrichtensenders Al-Arabija.

Die Polizei hätte die Protestlager der Islamisten in Kairo nicht mit Gewalt räumen müssen. Es seien noch nicht alle friedlichen Alternativen ausgeschöpft gewesen, erklärte El Baradei. «Bedauerlicherweise werden diejenigen, die zu Gewalt und Terror aufrufen, von dem, was heute geschehen ist, profitieren», heisst es in dem Rücktrittsschreiben El Baradeis an Übergangspräsident Adli Mansur, das vom staatlichen Nachrichtenportal Al-Ahram veröffentlicht wurde.

Mindestens 149 Tote

Bei den Ausschreitungen wurden landesweit mindestens 149 Menschen getötet und mehr als 1400 verletzt. Das meldeten die staatlichen Medien unter Berufung auf die Gesundheitsbehörden. Es wurde jedoch eine weiter steigende Zahl der Opfer befürchtet.

Laut Gesundheitsministerium wurden im Zeltlager im Stadtteil Nasr-City 36 Menschen getötet, im Protestlager im Bezirk Giza waren es den Angaben zufolge 12 Menschen.

(tno/moh/awp)

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