Das ägyptische Parlament hat die umstrittene Übergabe zweier ägyptischer Inseln im Roten Meer an Saudi-Arabien genehmigt. Die Abgeordneten trafen die Entscheidung am Mittwoch trotz eines schwebenden Gerichtsverfahrens.

Die von vielen Ägyptern sehr kritisch gesehene Abtretung der Inseln könnte wie schon vor einem Jahr zu Protesten in der Bevölkerung führen.

Strategisch wichtig

Ägypten hatte im April 2016 ein Abkommen mit Saudi-Arabien unterzeichnet, das die beiden unbewohnten Inseln im Golf von Akaba unter Kontrolle der Golfmonarchie stellte. Tiran und Sanafir sind etwa 15 und 6 Kilometer lang. Strategisch wichtig sind sie wegen ihrer Lage am Eingang des Golfes von Akaba, Israels einzigem Zugang zum Roten Meer.

Das höchste Verwaltungsgericht Ägyptens hatte im Januar die Übergabe der Inseln untersagt. Ein Sondergericht für Schnellverfahren kassierte das Urteil im April. Nun soll das ägyptische Verfassungsgericht entscheiden. Vor der Abstimmung der Abgeordneten hatte Parlamentspräsident Abdul Aal allerdings angekündigt, Gerichtsentscheidungen in dem Fall nicht berücksichtigen zu wollen.

Kritik am Präsidenten

Der Streit um die beiden Inseln hatte die Beziehungen zwischen Ägypten und Saudi-Arabien zuletzt belastet. Wegen der Abtretung war der autoritäre ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi auch im eigenen Land schwer kritisiert worden.

(sda/gku)

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