Nach den Parlamentswahlen in Äthiopien zeichnet sich erneut eine haushohe Mehrheit für die Regierungspartei EPRDF und ihre Verbündeten ab. Nach vorläufigen Ergebnissen gewann die ehemalige Rebellenorganisation, die seit 24 Jahre an der Macht ist, 442 von 547 Sitzen.

Die Opposition erhielt bisher keinen einzigen Sitz. Jedoch seien noch nicht alle Stimmen ausgezählt, sagte der Vorsitzende der nationalen Wahlbehörde, Merga Bekana, am Mittwoch. Bereits bei der Wahl 2010 hatte die EPRDF 99,6 Prozent der Parlamentssitze gewonnen. Die Opposition bekam nur einen einzigen Sitz.

Endergebnis am 22. Juni

Das Endergebnis soll am 22. Juni bekanntgegeben werden. Die Wahlbeteiligung am vergangenen Sonntag habe bei über 90 Prozent gelegen, hiess es. In dem ostafrikanischen Land waren 36,8 Millionen Wähler registriert. Die Abstimmung war die erste seit dem Tod des Langzeit-Regierungschefs Meles Zenawi 2012.

Äthiopien steht bei Menschenrechtlern immer wieder in der Kritik. Sie werfen der Regierung vor, die Meinungs- und Medienfreiheit drastisch einzuschränken. Obwohl die Wirtschaft seit Jahren boomt, lebt der Grossteil der Bevölkerung auf dem Land in bitterer Armut.

(sda/gku)