Die Zürcher Titularprofessorin Iris Ritzmann muss sich wegen mehrfacher Amtsgeheimnisverletzung vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat gegen die ehemalige wissenschaftliche Mitarbeitern des Medizinhistorischen Instituts der Universität Zürich (MHIZ) Anklage erhoben.

Die Anklageerhebung erfolgte am 12. Juni, wie die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Sie steht im Zusammenhang mit der Affäre Mörgeli. Ritzmann soll gegenüber einem Journalisten des «Tages-Anzeigers» verschiedentlich Grenzen des Amtsgeheimnisses überschritten haben.

Persönliche Zugangsdaten verraten

Laut Staatsanwaltschaft hat sie ihm den vertraulichen Bericht über die Objektsammlung des Medizinhistorischen Museums (den so genannten Jütte-Bericht) und den nicht freigegebenen Akademischen MHIZ-Bericht 2011 zugänglich gemacht.

Ritzmann soll ihm zudem ihre persönlichen Zugangsdaten für diverse geschützte Uni-Datenbanken verraten haben. Und sie hat ihm gemäss Staatsanwalt erst noch interne Informationen über Sitzungen zum Thema Mörgeli sowie Informationen über weitere interne Vorgänge per E-Mail zugespielt.

Weitere Verfahren eingestellt

Das Verfahren gegen Ritzmanns Ehemann Eberhard Wolff, der ebenfalls am MHIZ arbeitete, ist dagegen eingestellt worden, wie es in der Mitteilung heisst. Ebenfalls eingestellt hat die Staatsanwaltschaft ein weiteres Verfahren gegen Ritzmann und Wolff. Dieses führt sie jetzt gegen Unbekannt weiter.

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Das Ehepaar war beschuldigt worden, die bevorstehende Entlassung von Titularprofessor Christoph Mörgeli als Kurator des MHIZ-Museums einem Journalisten des «Sonntag» vorab verraten zu haben. Weder Ritzmann noch Wolff hätten aber Kontakte zu Journalisten dieser Zeitung nachgewiesen werden können, heisst es in der Mitteilung.

(sda/vst/sim)