Wenige Tage vor der iranischen Präsidentenwahl lichten sich die Reihen der Kandidaten. Nach dem Konservativen Gholam-Ali Hadad-Adel hat auch der Reformer Mohammed Resa Aref seine Kandidatur zurückgezogen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Isna.

Mit seinem Verzicht folge er einer Aufforderung von Ex-Präsident Mohammed Chatami, erklärte Aref. «Als Chef der Reformbewegung» habe Chatami ihm erklärt, dass das Aufrechterhalten der Kandidatur nicht im Sinne der iranischen Reformbewegung sei. «Ich habe deshalb beschlossen, mich aus dem Rennen zurückzuziehen», erklärte Aref.

Um die Nachfolge von Staatschef Mahmud Ahmadinedschad bewerben sich somit nur noch sechs Kandidaten:

Said Dschalili: Der Unterhändler im Atomstreit mit dem Westen seit 2007 ist ein Veteran des Iran-Irak-Krieges und gilt als sehr konservativer Politiker, der dem politischen und geistlichen Führer Ajatollah Ali Chamenei sehr nahesteht.

Hassan Rohani: Ein moderater muslimischer Geistlicher, der einst ebenfalls als Atomunterhändler engagiert war. Er wurde 2005 nach der Wahl von Mahmud Ahmadinedschad zum Präsidenten von dem Posten abberufen. Rohani ist ein politischer Verbündeter des früheren Präsidenten Akbar Haschemi Rafsandschani.

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Ali Akbar Welajati: War von 1981 bis 1997 Außenminister und berät Chamenei in außenpolitischen Fragen. Er gilt als traditioneller Konservativer mit Kontakten zu beiden Lagern - der erzkonservativen Gruppe, die absolut loyal zu Ajatollah Chamenei steht, und dem eher pragmatischen Lager Rafsandschanis.

Mohammed Baker Kalibaf: Ein früherer Polizeichef, der gegenwärtig Bürgermeister der Hauptstadt Teheran ist. Er hat den Ruf eines kompetenten und charismatischen Managers, der die Stimmen der jungen Generation gewinnen könnte. Er gilt als pragmatischer Konservativer.

Mohsen Resaie: Ein erfahrener Politiker und ehemaliger Kommandeur der Revolutionsgarden. Er war 2009 gegen Ahmadinedschad angetreten und verlor. Resaie ist Mitglied eines Beratergremiums von Chamenei.

Mohammed Gharasi: Tritt als unabhängiger Kandidat an. Gharasi war in den 1980er Jahren während des Krieges gegen Irak Ölminister. Unter Rafsandschani war er Minister für Post und Telekommunikation.