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Terror
Al-Bakrs Überwältiger erhalten Morddrohungen

Gefängnis in Leipzip: Al-Bakr erhängte sich in seiner Gefängniszelle. Keystone

Drei Syrer halfen der Polizei, den Terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr dingfest zu machen. Nun erhalten sie nach eigenen Aussagen Morddrohungen - und die Polizei kümmert sich nicht darum.

Veröffentlicht am 14.10.2016

Die drei Syrer, die den Terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr gefesselt der Polizei in Leipzig übergaben, erhalten nach eigenen Angaben Morddrohungen von Sympathisanten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Polizei schütze sie aber nicht, sagten die Männer der «Bild»-Zeitung vom Freitag.

Zu Angaben, nach denen al-Bakr vor seinem Suizid in der Untersuchungshaft noch sagte, die Syrer hätten von seinen Anschlagsplänen gewusst, erklärte einer von ihnen, al-Bakr habe sich an ihnen rächen wollen, weil sie ihn der Polizei übergeben hatten. Die Ermittler hatten die Männer am Montag vernommen und freigelassen.

Todesursache bestätigt

Al-Bakr erhängte sich am Mittwoch in seiner Gefängniszelle in Leipzig. Er war nach einer bundesweiten Fahndung in der Nacht zum Montag wegen mutmasslicher Anschlagspläne festgenommen worden.

Die Obduktion des Leichnams Al-Bakrs bestätigte die Todesursache. Erstere habe «ergeben, dass der Tod durch Erhängen eingetreten ist», erklärte die Staatsanwaltschaft Leipzig am Freitag. Eine Fremdeinwirkung sei nicht festgestellt worden.

Berliner Flughäfen im Visier gehabt

In einer von Al-Bakr genutzten Wohnung in Chemnitz wurden eineinhalb Kilogramm hochexplosiven Sprengstoffs gefunden. Al-Bakr soll Züge in Deutschland und Flughäfen in Berlin im Visier sowie Verbindungen zum IS gehabt haben.

(sda/cfr)

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