Nach dem blutigen Ende der Jagd auf drei Terroristen in Frankreich ist am Freitag eine Rede eines angeblichen Vertreters der Terrorgruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) aufgetaucht. Dieser droht Frankreich mit weiteren Anschlägen.

«Ihr werdet nicht mit Sicherheit gesegnet sein, so lange ihr Allah, seinen Verkünder und die Gläubigen bekämpft», sagte der ranghohe AQAP-Vertreter gemäss der Dschihad-Beobachtungsplattform SITE. Die Plattform aus den USA berief sich auf eine per Video verbreitete Rede von Harith bin Ghasi al-Nadhari. Dieser soll einer der wichtigsten Glaubenshüter der Gruppe sein.

Attentat als Reaktion auf Beleidigungen

Das gut fünf Minuten lange Video wurde laut SITE am Freitag ins Internet gestellt - wenige Stunden, nachdem Chérif und Said Kouachi von der Polizei getötet worden waren. Mit dem Angriff auf «Charlie Hebdo» in Paris wollten die Brüder sich für Karikaturen des muslimischen Propheten Mohammed in der Satire-Zeitung rächen.
Darauf wird auch in der Botschaft Bezug genommen.

Das Attentat wird als Reaktion auf Beleidigungen bezeichnet. «Einige der Söhne Frankreichs waren respektlos gegenüber Allahs Propheten», daher sei eine Gruppe von «gläubigen Soldaten Allahs» gegen sie vorgegangen und habe ihnen Respekt beigebracht.

Chérif Kouachi nannte Verbindung zu Terrorgruppe

Die Verantwortung für den Anschlag, bei dem am Mittwoch zwölf Menschen getötet wurden, wurde in der Botschaft allerdings nicht übernommen. Die Echtheit der Botschaft war zunächst nicht überprüfbar.

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Chérif Kouachi hatte dem französischen Sender BFMTV gesagt, er sei von AQAP beauftragt und finanziert worden. US-Medien berichteten zudem unter Berufung auf Quellen in der US-Regierung, dass einer der beiden Brüder vor mehreren Jahren im Jemen ein Terror-Training absolvierte. AQAP nutzt den instabilen Jemen als Rückzugsgebiet.

Der dritte getötete Islamist, der in einem jüdischen Supermarkt Geiseln festhielt, sprach seinerseits von einer Verbindung zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

(sda/me)