Bahn- und Busfahren wird nächstes Jahr wieder teurer: Die Preise für Billets im Öffentlichen Verkehr steigen ab dem Fahrplanwechsel im Dezember um 2,9 Prozent, gibt der Verband Öffentlicher Verkehr (VöV) in einer Mitteilung bekannt.

Als Grund nannte der VöV einen Fehlbetrag in Höhe von 90 Millionen Franken, der für 2015 zu erwarten ist. Die Finanzierungslücke sei durch den Ausbau des Regionalverkehrs entstanden, hiess es. Die Erhöhung über alle Billete und Abonnemente hinweg stelle sicher, dass alle Reisenden-Segmente gleich stark an den ungedeckten Kosten partizipieren.

Anzahl der Sparbillette verdoppelt

Das wichtigste Mitglied des VöV, die SBB, hat Bedauern über die notwendigen Tarifmassnahmen geäussert. Sie habe sich gemeinsam mit der Branche des öffentlichen Verkehrs dafür eingesetzt, dass die Preiserhöhungen moderat ausfielen, teilte die SBB am Freitag mit. Damit Bahnfahren attraktiv bleibt, soll das Angebot der Sparbillette verdoppelt werden.

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Die Anzahl der Sparbillette auf allen SBB-Strecken soll per sofort von 50'000 auf 100'000 Stück pro Tag verdoppelt werden. Mit der Ausdehnung der Sparbillette will die SBB laut eigenen Angaben Neukunden gewinnen und damit die Nebenverkehrszeiten besser auslasten.

Weitere Erhöhungen zu erwarten

Das Konsumentenforum (kf) erachtet die vom Verband öffentlicher Verkehr (VÖV) beschlossene Preiserhöhung auf den Fahrplanwechsel im Dezember für erträglich. Allerdings dürfe sie nicht der Anfang einer erneuten «Erhöhungs-Reihe» wie zwischen 2010 und 2012 sein, als die Preise drei Jahre in Folge erhöht wurden.

Das kf fordert deshalb in einer Mitteilung vom Freitag, dass die Unternehmungen im öffentlichen Verkehr ihr Leistungsangebot sowie die Leistungseffizienz einer stetigen Prüfung unterziehen und laufend die entsprechenden Optimierungen vornehmen.

Regelmässige, aber moderate Preiserhöhungen seien wohl eher zu akzeptieren als seltenere, die aber umso grösser ausfielen, sagte die Interessenvertretung der Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs, Pro Bahn. Sie kritisiert, dass die Erhöhung einmal mehr über der Jahresteuerung liege.

(me; mit Material von sda)