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Amerikaner wählen eifriger als die Schweizer

Grafik: Viele Schweizer foutieren sich um nationale Wahlen. Statista

Wie viele Amerikaner ihre Stimme bei den Wahlen 2016 abgeben, wissen wir frühestens am Mittwoch. Klar ist: Sie haben sich in der Vergangenheit reger an den nationalen Wahlen beteiligt als Schweizer.

Veröffentlicht am 08.11.2016

Die Amerikaner wählen in diesen Stunden den neuen Präsidenten und ihre Vertreter im Parlament. Es ist die wichtigste politische Entscheidung in vier Jahren, und dementsprechend rege werden die Amerikaner daran teilnehmen. Mit einem Blick auf die vergangenen Präsidentschaftsentscheide lässt sich die Wahlbeteiligung abschätzen: 2012 nahmen 53,6 Prozent der erwachsenen Bevölkerung am Urnengang teil gemäss den Daten des US-Forschungszentrums Pew Research. Beim ersten Wahlsieg von Barack Obama 2008 war die Beteiligung mit 57 Prozent noch deutlich höher.

Im internationalen Vergleich sind die Amerikaner aber keine Wahlturbos, wie die Grafik des Datenportals Statista zeigt: In Belgien nahmen weit über 80 Prozent der Bevölkerung an den letzten Wahlen teil, ähnlich wahlfreudig zeigten sich die Schweden. Zumindest für den hohen Wert in Schweden gibt es eine einfache Erklärung – dort gilt Abstimmungspflicht.

Amerikaner müssen sich zur Wahl registrieren

Auch für die vergleichsweise tiefe Wahlbeteiligung in den USA gibt es einen Grund: In den USA sind die Wähler im Gegensatz zur Schweiz oder Deutschland nicht automatisch wahlberechtigt. Sie müssen sich registrieren. Diese Pflicht ist politisch heftig umstritten: Aus Sicht der Kritiker wird in manchen Bundesstaaten mit dieser Hürde versucht, Afroamerikaner und andere Minderheiten vom Wählen abzuhalten. Hillary Clinton will diese Pflicht zur Registrierung denn auch abschaffen.

Schlusslicht unter allen 35 Staaten der Instriestaatenvereinigung OECD ist die Schweiz: Bei den nationalen Wahlen im letzten Jahr nahmen nur 48,4 Prozent der erwachsenen Schweizerinnen und Schweizer teil. Allerdings werden Schweizer ja wegen der direkten Demokratie auch viel häufiger an die Urne gerufen als die Bewohner anderer Länder – sie sind somit wohl auch die fleissigsten Wähler in der OECD.

(Mathias Brandt, Statista/mbü)

Handelszeitung.ch präsentiert zusammen mit dem Statistik-Portal Statista jeden Dienstag eine aktuelle Infografik aus den Bereichen Wirtschaft, Technik oder Wissenschaft.

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