Ein «s« zuviel mit fatalen Folgen: Der kleine Schreibfehler des britischen Firmenregisters kostet ein Traditionsunternehmen seine Existenz, und den Staat fast neun Millionen Pfund, wie die britische Zeitung «The Independent» berichtet.

Was war passiert? Das staatliche Zentralregister vermerkte die Auflösung der Firma «Taylor and Sons», statt richtig «Taylor and Son». Unglücklich: Während ein Unternehmen mit dem Namen ohne «s» tatsächlich vor sechs Jahren seine Geschäftstätigkeit aufgegeben hat, war das Familienunternehmen «Taylor and Sons» seit 124 Jahren aktiv und nach wie vor im Geschäft. Über zwei Weltkriege lieferte die Firma Militärzubehör.

Kapitalgeber abgeschreckt

Durch den Schreibfehler wurde nun vermeintlich die Liquidation der Firma eröffnet. Die Neuigkeit machte schnell die Runde und verschreckte Kapitalgeber. Über 3000 Lieferanten stellten ihre Geschäftsbeziehungen mit dem Familienunternehmen ein. Mindestens 250 Arbeitnehmer verloren ihre Stelle.

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Das überzählige «s» war also eine Katastrophe für das Unternehmen und kommt nun die öffentliche Hand teuer zu stehen. Die Beamten seien Schuld an der Misere des Unternehmens, hielt ein britisches Gericht fest. Für den Richter ist klar, dass das Zentralregister ein begründetes Interesse an der Korrektheit ihrer Publikationen haben sollte.

Neun Millionen Pfund Schadenersatz

Noch wird die Strafe nicht fällig. Erst im nächsten Schritt wird über die Entschädigung für den entstandenen Schaden bemessen. Gefordert sind neun Millionen Pfund Schadenersatz. Falls «Taylor and Sons» sie zugesprochen bekommt, wird es teuer für den Staat.