Rund 35 Jahre nach dem Ende der Schreckensherrschaft der Roten Khmer sind in Kambodscha ihre beiden ranghöchsten Anführer zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein von den UN unterstütztes Tribunal sah es als erwiesen an, dass der inzwischen 88-jährige Nuon Chea und der 83-jährige Khieu Samphan Verbrechen gegen die Menschlichkeit begingen. «Bruder Nummer Zwei» Nuon Chea und der frühere Präsident des südostasiatischen Landes, Khieu Samphan, trügen eine Mitschuld an Vertreibungen, Morden und Hinrichtungen, begründete der Richter das Urteil.

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Während des ultra-maoistischen Regimes unter Pol Pot, dem «Bruder Nummer Eins», in der zweiten Hälfte der 70-er Jahre kamen zwischen 1,7 und 2,2 Millionen Menschen um. Mit ihrer als «Jahr Null» bezeichneten Revolution wollten die Roten Khmer einen reinen Agrarstaat errichten und trieben die Bewohner aus den Städten.

Pol Pot starb lange vor Prozessbeginn

Das Tribunal zur Aufarbeitung der Verbrechen der Roten Khmer hatte seine Arbeit vor neun Jahren aufgenommen. In einem ersten Verfahren hat es bereits den Rote-Khmer-Anführer Kaing Guek Eav, bekannt als Duch, ebenfalls zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Duch hatte das berüchtigte Foltergefängnis Tuol Sleng geleitet. Pol Pot war gestorben, bevor er juristisch belangt werden konnte.

(sda/me/ama)