Es ist ein Rekordergebnis, das so eigentlich niemanden freut: 2295 Bussgeldbescheide hat der deutsche Zoll im vergangenen Jahr wegen unerlaubtem Bargeldschmuggel über die Grenzen ausgestellt. Allerdings war die Summe der vorläufig sichergestellten Zahlungsmittel gemäss Jahresstatistik der Bundeszollverwaltung mit 14,4 Millionen Euro deutlich rückläufig - hier wurde 2010 ein Rekordwert mit 38,1 Millionen Euro gemessen.

«Wir haben 2011 ein sehr gutes Ergebnis erzielt», wird Hagen Kohlmann vom Hauptzollamt Ulm vom «Handelsblatt» zitiert. In seinen Bezirk fällt mit Dreiländereck Deutschland-Schweiz-Österreich auch Lindau am Bodensee, was als eigentlich Hochburg des Schwarzgeld-Schmuggels gilt. Allein in dieser Region seien es gemäss Kohlmann drei Millionen Euro an Bargeld gewesen, die beim unerlaubtem Grenztransfer sichergestellt werden konnten - zehn Prozent mehr als noch im Vorjahr.

200'000 Euro in der Kleidung

Wer mehr als 10'000 Euro undeklariert über die Grenze bringen will, macht sich strafbar. Bei der Einreise aus der Schweiz muss die Anmeldung proaktiv erfolgen, bei der Einreise aus EU-Staaten auf Nachfrage. «Zu einigen Finanzämtern im Süden haben wir einen direkten Draht», wird ein deutscher Zöllner an der Schweizer Grenze zitiert.

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Zunehmend gehen den Beamten Personen ins Netz, die das Auftauchen einer nächsten Daten-CD mit Schweizer Bankdaten befürchten. Die Zollbeamten kontrollierten auch bei der Rückführung von Bargeld nicht nur auf Autostrassen in Grenznähe, sondern auch Züge und den Bootsverkehr auf dem Bodensee. 

Trotz direkter Nachfrage würden viele Personen das Mitführen von Schwarzgeld verneinen. So habe im November ein 53-Jähriger in Begleitung seines 81-jährigen Vaters 200'000 Euro in seiner Kleidung versteckt. Trotz mehrfacher Nachfrage habe er gemäss «Handelsblatt» geleugnet, Bargeld mitzuführen.

(vst/muv)