Sparzinsen gibt es für Schweizer Anleger kaum. Das liegt nicht zuletzt an der lockeren Politik der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Wie kommt die Notenbank selbst mit dem Niedrigzinsumfeld zurecht? Wo investieren die Währungshüter ihre Franken? Sind auch Schweizer Unternehmen dabei?

Darüber gab am heutigen Donnerstag SNB-Direktoriumsmitglied Fritz Zurbrügg Aufschluss: So sei der Aktienanteil der SNB an den Devisenanlagen in Höhe von knapp 450 Milliarden Franken zuletzt auf 16 Prozent gestiegen, sagte er gemäss Redetext am Donnerstag am Geldmarkt-Apéro in Zürich.

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Als passive Investorin halte die SNB aktuell rund 6'000 Titel in über zehn Währungen, das Aktienuniversum decke rund 90 Prozent der globalen Marktkapitalisierung ab. Dabei investierten die Währungshüter überwiegend in mittel- und grosskapitalisierte Unternehmen.

Kein «Stock Picking»

Darüber hinaus investiere die SNB auch in kleinkapitalisierte Unternehmen. Ausgedrückt in Marktkapitalisierung machten diese aber nur einen «kleinen» Teil des Aktienportfolios aus. Zahlenmässig entfallen darauf rund drei Viertel aller Titel, so Zurbrügg.

Das Aktienportfolio diene ausschliesslich der langfristigen Optimierung des Rendite-Risiko-Profils der Währungsreserven. Sogenanntes «Stock Picking» kommt laut Zurbrügg zufolge nicht in Frage, denn die SNB sei keine strategische Investorin. Und mit einer passiven Strategie werde der Markteinfluss der SNB minimiert.

Ohne Schweizer Aktien

Aktien von Schweizer Unternehmen halte die SNB zu Anlagezwecken «aus Prinzip» keine; Zurbrügg verweist auf mögliche Interessenskonflikte. Aus dem gleichen Grund halte die SNB keine Aktien mittel- und grosskapitalisierter Banken. Zudem verzichte man auf Unternehmen, die in grober Weise gegen ethische Prinzipien verstiessen.

(awp/moh)