Die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) kritisiert die Anlagepolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Stein des Anstosses sind Investitionen der SNB in Rüstungskonzerne, die unter anderem Atomwaffen herstellen. In einer Mitteilung vom Freitag weist die GSoA darauf hin, dass die SNB aktuell über Aktien von umstrittenen Firmen im Wert von 500 Millionen Franken verfüge.

Die Nationalbank hatte sich zwar bereits 2013 dazu verpflichtet, nicht mehr in Rüstungsunternehmen zu investieren, die international geächtete Produkte verkaufen. Allerdings verwiesen die Währungshüter stets auf den Umstand, dass es unterschiedliche Interpretationen von «geächteten Produkten» gibt.

Mehr Transparenz gefordert

Nach welchen ethischen Grundsätzen die Nationalbank investiert, gibt sie nicht bekannt. Die Beurteilung ihrer Anlageprodukte hat die SNB an eine ungenannte Drittfirma ausgelagert, die entsprechende Ausschlusskriterien definiert hat.

Die GSoA fordert die Währungshüter nun in einem offenen Brief zu mehr Transparenz auf: Die Ausschlusskriterien für Aktienanlagen seien offenzulegen und die Prüffirma bekanntzumachen. Nur so sei es für die Zivilgesellschaft möglich, die Investitionspraktiken der Nationalbank kritisch zu hinterfragen.

(sda/ise/moh)