Rund 50 Menschen, darunter viele Journalisten, haben am Dienstag in Moskau der Ermordung der regierungskritischen Journalistin Anna Politkowskaja vor acht Jahren gedacht. Die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung versammelten sich vor dem Eingang zu Politkowskajas damaliger Redaktion der oppositionellen Zeitung «Nowaja Gaseta».

Sie legten vor einer Gedenkstelle mit einem Bildnis Politkowskajas Blumen nieder, die aus Ausschnitten europäischer und russischer Zeitungen geformt wurden.

Täter verurteilt, Hintergründe ungeklärt

Politkowskaja sei «das Symbol des Journalismus, das Symbol der Pressefreiheit», sagte der Leiter der russischen Sektion der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai), Sergej Nikitin. Die Auftraggeber des Mordes sind bis heute nicht bekannt. Allerdings wurden der mutmassliche Organisator und der der mutmassliche Todesschütze im Juni zu jeweils lebenslanger Haft verurteilt.

Die Journalistin war am 7. Oktober 2006 im Treppenhaus ihres Moskauer Wohnhauses erschossen worden. Politkowskaja war als scharfe Kritikerin von Präsident Wladimir Putin bekannt und prangerte in ihren Berichten insbesondere Menschenrechtsverletzungen während des Tschetschenien-Kriegs an. Ihre Ermordung hatte international für Empörung gesorgt.

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(sda/gku/ise)