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Pilotprojekt
Apotheker als Medizin für das Gesundheitswesen

Apotheke: Pharmasuisse-Präsident Vaucher will mehr Kompetenzen für die Pharmazeuten.  Keystone.

Immer weniger angehende Mediziner wollen Hausarzt werden. Und jene, die es sind, kämpfen mit Überlastung. Linderung verspricht eine Kompetenzausweitung der Apotheker.

Veröffentlicht am 19.04.2015

Der Mangel an Hausärzten spitzt sich zu. Jetzt sollen Apotheker die Lücke schliessen. Ab Herbst dürfen sie im Kanton Zürich erstmals impfen gegen Grippe, Zeckenbisse und Hepatitis. Fabian Vaucher, Präsident des Apothekerverbandes Pharmasuisse, verspricht sich davon Grosses. «Wir hoffen, dass wir danach das Angebot auf die ganze Schweiz ausdehnen können», sagt er gegenüber dem «SonntagsBlick». «Weitere Möglichkeiten wären Reise- oder Masernimpfungen.»

Geht es nach Vaucher, sollen Apotheker künftig auch selber Medikamente verschreiben und abgeben dürfen. So würden Apotheken sehr häufig bei Harnwegsinfektionen, Bindehautentzündungen und bei Angina aufgesucht. «In den meisten dieser Fälle braucht es keinen Arzt», sagt er.

Kassen prüfen «Hausapothekermodell»

Erste Kassen prüfen bereits ein Hausapothekermodell. Dabei müssten die Versicherten wie beim Hausarztmodell im Krankheitsfall zuerst einen Apotheker konsultieren. Kann dieser nicht vor Ort die nötige Abklärung machen und entsprechende Medikamente verschreiben, leitet er die Versicherten an einen Arzt weiter. «Das spart den Hausärzten sehr viel Aufwand», sagt Vaucher.

Die CSS, eine der grössten Kassen im Land, zeigt sich offen gegenüber einem solchen Modell. Noch würden aber keine konkreten Produkte vorliegen. «Denkbar wäre auch, die Apotheken in bestehende Versicherungsmodelle zu integrieren», sagt eine Sprecherin gegenüber dem «SonntagsBlick».

(ise)

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