Apple hat bestätigt, dass Konzernchef Tim Cook am Dienstag im Kongress zu globalen Steuertricks von Grosskonzernen befragt werden soll. In einem Interview der «Washington Post» kündigte der Apple-Chef an, er wolle dem Senatsausschuss einige Kompromissvorschläge unterbreiten.

So bezeichnete Cook den gegenwärtigen Steuersatz von 35 Prozent für Erträge, die Unternehmen vom Ausland zurück in die USA überweisen, als sehr hoch. «Wir schlagen nicht vor, dass es 0 Prozent sein müssen», sagte Cook. Aber ein niedrigerer Steuersatz wäre in diesem Fall vernünftiger. Vor dem Ausschuss haben bereits Spitzenvertreter von Hewlett-Packard und Microsoft ausgesagt.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

In den USA und Europa hat die Debatte über Steuersparmodelle von Grosskonzernen zuletzt deutlich an Fahrt aufgenommen. Wegen ihrer Tricks zur Minderung der staatlichen Abgaben waren zuletzt auch das Internet-Versandhaus Amazon, die Cafekette Starbucks und der Suchmaschinenbetreiber Google in die Kritik geraten.

Schlupflöcher in der Steuergesetzgebung

So zahlte Amazon trotz eines Umsatzes von umgerechnet 4,7 Milliarden Euro in Grossbritannien nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr nur 2,9 Millionen Euro Steuern. Google setzte in Grossbritannien von 2006 bis 2011 etwa 18 Milliarden Dollar um, zahlte aber nur 16 Millionen Dollar an Steuern.

Hintergrund sind Schlupflöcher in der Steuergesetzgebung, mit denen sich die Unternehmen in ihrer Heimat arm rechnen können. Der Widerstand gegen dieses Finanzgebaren wächst zunehmend - schliesslich transportieren Unternehmen wie Amazon ihre Waren beispielsweise über Strassen, für die andere Steuern zahlen. Die OECD will in den nächsten Monaten einen Massnahmenkatalog vorlegen, um die Steuertricks großer Konzerne zu erschweren. Das Thema steht auch auf der Agenda der G20-Staaten. 

(tno/aho/reuters)