Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) hat sich klar gegen die 1:12-Initiative der Juso ausgesprochen. Eingriffe wie diese Begrenzung würden den freien Arbeitsmarkt gefährden, der für die starke Position des Standorts Schweiz massgebend sei.

Von diesem starken Standort Schweiz profitierten auch die Arbeiter selbst, schreibt der SAV in einem Communiqué. Der Verband verweist auf die hohe Erwerbsbeteiligung der Arbeitnehmenden, die tiefe Arbeitslosenquote, die guten Sozialleistungen und die hohen Löhne. Im internationalen Vergleich seien in der Schweiz zudem nur moderate Unterschiede zwischen Top- und Niedriglöhnen auszumachen.

Setzen sich Linke durch?

Eine starke Kürzung von Spitzenlöhnen, wie sie die Initiative der Jungsozialisten fordert, hätte massive Ausfälle von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen zur Folge, meint der SAV. Auch diese Umverteilungseffekte kämen heute in erster Linie den Bezügern von niedrigen und mittleren Einkommen zugute. Stimmen die Arbeitnehmer der 1:12-Initiative zu, schneiden sie sich also ins eigene Fleisch - dies ist die Kernaussage des SAV. Der Verband folgt damit weitgehend der Argumentation, die FDP-Präsident Philipp Müller in der SRF-Sendung «Arena» vor etwas mehr als zwei Wochen dargelegt hatte.

Die Linksparteien und Gewerkschaften wollten die emotionale Debatte über die Abzocker nun ausnützen, um eigene Initiativen voranzutreiben, schreibt der SAV. Doch sowohl die 1:12- wie auch die Mindestlohn-Initiative würden in die Lohnfreiheit der Unternehmen eingreifen. Und dem will sich der Verband widersetzen.

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(muv/aho/sda)