Seit drei Monaten müssen Firmen den öffentlichen Arbeitsvermittlungszentren Stellen für Berufsgruppen mit hoher Arbeitslosigkeit melden. Und die Erfahrungen, welche die Kantone mit dem Inländervorrang machen, sind überraschend positiv. Im Kanton Zürich gingen von Juli bis September bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) 6600 meldepflichtige Stellen ein – doppelt so viele wie erwartet, erklärt Lucie Hribal, Sprecherin des Zürcher Amtes für Wirtschaft und Arbeit gegenüber der «Handelszeitung».

Im selben Zeitraum konnten 240 Stellensuchende, die in den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren des Kantons registriert sind, auf meldepflichtige Stellen vermittelt werden. Die Chancen von Stellensuchenden auf einen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt dürften sich damit laut der Sprecherin verbessern.
 

Erkennbar mehr offene Stellen

Die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern spricht derweil von einer «signifikanten» Zunahme der gemeldeten offenen Stellen. Auf über 2000 Dossiers, welche die RAV den Firmen zur Verfügung gestellt haben, seien über 100 Anstellungen bestätigt worden. Ähnlich positiv äussern sich auch die Arbeitsämter der Kantone Zug, St. Gallen, Thurgau und Luzern.

Dabei gehen auch für Jobs, die nicht meldepflichtig sind, deutlich mehr Meldungen ein. «Die Arbeitgeberkontakte haben sich intensiviert und Stellensuchende können oft rascher integriert werden», sagt Daniel Wessner vom Thurgauer Amt für Wirtschaft und Arbeit. «Das Bewusstsein der Arbeitgeber, dass auch auf dem heimischen Markt gute Arbeitskräfte verfügbar sind, ist gestiegen.»

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