Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat ihre Untersuchung gegen Katar wegen der verheerenden Lage ausländischer Arbeiter in dem Golfstaat offiziell beendet. Die von Katar eingeführten Reformen seien eine «sehr ermutigende Entwicklung».

Dies erklärte der ILO-Verantwortliche Luc Cortebeeck am Mittwoch in Genf. Katar sprach von einer «Anerkennung» für seine Bemühungen um die Einführung eines «modernen Arbeitssystem» und erklärte, es sei den ausländischen Arbeitern «dankbar».

Über 1000 Tote

Nach Berichten über sklavenähnliche Zustände auf den Grossbaustellen für die Fussball-WM 2022 hatte die ILO 2014 Untersuchungen eingeleitet. Auf internationalen Druck verkündete der Golfstaat später ein Ende seines umstrittenen «Kafala»-Systems, das ausländische Arbeitskräfte schutzlos ihren Vorgesetzten ausliefert. Den 2,1 Millionen ausländischen Arbeitskräften im Land wurden Verträge und Mindestlohn versprochen.

Nach Untersuchungen des Internationalen Gewerkschaftsbunds kamen seit dem Jahr 2010 auf WM-Baustellen in Katar etwa 1200 Arbeiter ums Leben. Viele von ihnen sind Ausländer, die meisten von ihnen kommen aus armen Staaten Asiens.

(sda/jfr/mbü)

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